Hart vs. Weich - Persönlichkeiten und wie wir mit ihnen ideal umgehen

Mit Menschen, die anders ticken als ich, hatte ich oft Probleme. Reibereien und Missverständnisse waren an der Tagesordnung. Das war mühsam. Es hat lang gedauert, bis ich verstanden hab, wie ich damit unkompliziert umgehen kann. Das hat mein Leben verändert. Vielleicht hilft es auch dir!
Potentialentfaltung
Published on: July 14, 2021
Updated on: July 19, 2021
Reading time: 48 min

Hart vs. Weich - Persönlichkeiten und wie wir mit ihnen ideal umgehen

Manche Leute sind hart und direkt - andere weich und indirekt. Die einen ecken laufend an, lösen Spannungen und ungute Gefühle aus. Die anderen können nicht "Nein" sagen, bekommen ihre Botschaften nicht rüber, fühlen sich rasch persönlich angegriffen - wirken auf andere wie “Mimosen”. Egal, auf welcher Seite wir sind - das können wir uns ja nicht aussuchen - gibt es Vorteile, aber auch Herausforderungen. Mir waren viele Situationen rätselhaft, bis ich dahinter kam, was da abläuft - was diese unsichtbare Kraft ist, die mir da das Leben schwer macht.

Mein Hintergrund

Zu diesem Thema “Hart vs. Weich” wird wohl relevant sein, dass ich mich im Rahmen meines Wirtschaftsstudiums sehr auf das Thema “Mensch” fokussiert habe. Ich hab mich und andere Menschen einfach sowas von gar nicht verstanden! Ich kannte Leute, die einfach wo reinspazierten und jeder mochte sie oder war interessiert. Das schafften die ohne Anstrengung. Wie funktioniert das? Es gab viele Fragen dieser Natur, die mich nicht mehr loslassen wollten. Es war wohl unvermeidbar, dass ein Teil meines Weges der Erforschung des Menschen gewidmet werden musste. *g*

Ich hab 2005 meinen Magister in WiWi fertig gemacht. 9 Monate später habe ich meinen Doktor mit einer Dissertation über den “freien Willen” abgeschlossen. Während der Arbeit an den wissenschaftlichen Publikationen drang ich tief in die Tiefenpsychologie, diverse Disziplinen der Neurowissenschaften und angrenzende Felder ein. Wie könnte es anders sein, immer auf der Suche nach mir selbst bzw. nach Lösungen zu unerklärten Fähigkeiten, Mechanismen und Eigenheiten des Menschen. Die ersten Monate hatte ich das Gefühl, in der Fülle an neuen Informationen und dem fachsprachlichen Dschungel der diversen neurowissenschaftlichen Disziplinen unterzugehen - aber dann offenbarte sich dort ein Schlaraffenland an Erkenntnissen, die eigentlich für jeden spannend sein müssten. Da waren Einsichten dabei, die jedem von uns schon in der Schule genützt hätten, z.B. beim Lernen, Aufmerksamkeitssteuerung, zwischenmenschliche Mechanismen. Warum vermittelt man uns so etwas nicht?

Einige im Umfeld schüttelten den Kopf darüber, dass ich keine 0-8-15 Themen gewählt habe, die mit weniger Aufwand zu bewältigen gewesen wären. Aber wenn ich schon Lebenszeit investiere, dann in etwas, das mich persönlich interessiert. Für nichts anderes hatte ich bis dahin so ein Leidenschaft erlebt, als für die Funktionsweise unseres Gehirns und Bewusstseins. Niemals hätte ich das Doktorat so schnell abschließen können, wenn mich das Thema weniger fasziniert hätte.

Spätestens jetzt hätte ich den starken Impuls zu fragen, welche Themen dich, lieber Leser oder liebe Leserin, voll begeistern. Naja, vielleicht ergibt sich die Chance einmal. Oder du schickst mir nach dem Lesen eine kurze Nachricht.

In meiner Dissertation entwickelte ich eine neue Erklärung für das Phänomen "freier Wille", das seit weit über 2000 Jahren diskutiert wird. Ich konzipierte eine funktionalistische Erklärungsweise, die im wissenschaftlichen Umfeld auf großes Interesse stieß, weil es eine neue Annäherung an das Thema war. Ich durfte, gerade durch die Einblicke in die Neurowissenschaften und ein paar von mir entwickelter neuer Erklärungsansätze zu unseren geistigen Funktionen, noch ein bisserl was auf die Erkenntnisse der 2000 Jahre draufsetzen.

Da mir gerade konzeptionelle Wissenschaft unglaublich leicht von der Hand ging, wäre eine akademische Laufbahn naheliegend und vorbereitet gewesen. Und - viel wichtiger - ich hatte so viele Baustellen in mir, dass ich einfach wissen musste, welche man reparieren kann und welche nicht. Mir fehlte Selbstvertrauen, Empathie, Wirkungsstärke, Vermittlungskompetenz, soziales Geschick und so weiter. Das Thema Hart vs. Weich berührt gleich mehrere davon.

Alle Themen, zu denen ich forsche, über die ich referiere und schreibe, sind Themen, die mir selbst schwer fielen. Ich glaube, deswegen ist die Resonanz bei den Leuten recht gut. Ich kann und will nicht vom hohen Ross runter predigen. Die Grundlage sind immer meine eigenen Schwächen gewesen, für die ich mich auch nicht (mehr) schäme, weil wir sie alle in uns haben, nur unterschiedlich stark. Die besten Trainer und Lehrer sind nicht jene, die in einem Bereich auf Grund großen Talents herausragende Fähigkeiten haben. Ein mathematisches Genie kann dir ja auch nicht wirklich Mathe beibringen. Die können das ja quasi von der Wiege weg und gehen einen Schritt, wo wir 20 brauchen, um zur gleichen Erkenntnis zu gelangen. Wenn ich selbst die 20 Schritte gehen musste, weil es mir eben nicht leicht fiel, kann ich anderen diese auch eher vermitteln.

Mein Thema waren die inneren Unzulänglichkeiten. Ich weiß, wie schmerzhaft die kleinen Dellen im Inneren sein können und wie massiv sie sich auf unser Leben auswirken, manchmal unerkannt und manchmal sehr bewusst. Ich will dir und den Menschen, die es interessiert, ein aus Erkenntnissen gegossenes Werkzeug in die Hand geben, mächtig wie Thors Hammer. Und mit diesem kannst du dann diese Dellen nach und nach von innen heraus ausbessern. Damit wird man selbst “runder”, eckt weniger unnötig an und damit wird auch das Leben “runder”, leichter und erfolgreicher.

Na prima. Aus einem kurzen Vorstellen ist jetzt langes Blabla geworden. *g*

Ich hätte hier ursprünglich noch viel mehr über akademische Leistungen, die Bücher, berufliche Entwicklungen, etc. geschrieben. Aber das findet man ohnehin im Internet oder auf meiner Homepage:

Kurz gesagt: Mich fasziniert der Mensch. Habe ein paar Studien abgeschlossen. Arbeite seit ca. 15 Jahren auch als Unternehmensberater, Speaker, Trainer, Coach und Autor. Ich erforsche seit 25 Jahren mit neuen Perspektiven die inneren Fähigkeiten, Funktionen und Mechanismen. Wenn ich dann wieder eine Perle finde, die für unser tagtägliches Leben von Bedeutung ist, dann teile ich sie gerne mit dir.

Viel lieber plauder ich deshalb über das Thema des Artikels. Also: Let’s Ken.

Warum sollte man "Weich vs. Hart" lesen wollen?

Unabhängig von Bildung, Beruf, Alter und vielen anderen persönlichen Eigenschaften, schafft diese Dynamik zwischen hart und weich - zwischen sehr direkten und sehr indirekten Menschen - es immer wieder, unser Leben schwerer zu machen. Und was da passiert, erkennen 99% der Leute gar nicht - mich seeeeeeehr lange mit eingeschlossen.

Die Harten haben ihre Herausforderungen und die Weichen wieder andere. Das ist banal. Doch es entsteht aus der gleichen persönlichen Dimension. Die Dynamik zwischen Harten und Weichen ist super interessant.

Wenn du dich in einigen der folgenden Aussagen wieder findest, dann bist du hier richtig und gehst mit Lösungen und echtem Mehrwert aus dem Text raus.

Bin ich eher von der direkten Sorte?

  • Ich bin manchmal/oft zu direkt und sag halt meine Meinung, so wie ich sie mir denke.

  • Mir ist klar, dass ich teilweise anecke - den Leuten fehlt’s teils echt an Humor.

  • Die Leute reagieren immer wieder eingeschüchtert oder beleidigt auf mich.

  • Es gibt nur eine Handvoll Leute, mit denen ich wirklich gut zurecht komme.

  • Es gibt schon einige echte Mimosen, die nehmen alles persönlich.

  • Ich erfahre Sachen oft hintenrum. Die Leute sagen es mir nicht ins Gesicht.

  • Einige Leute sind so nachtragend - sooo mühsam. Wenn es gesagt ist, sollte es erledigt sein.

  • Leute, die ich noch gar nicht kenne, schau ich mir schon mal genauer an, bevor ich denen vertraue.

Bin ich eher von der indirekten Sorte?

  • Mir fällt es schwer, den Leuten offen und direkt Kritik mitzuteilen.

  • Wenn ich kritisiere, dann so sanft und annehmbar wir möglich.

  • Werde ich kritisiert, fühle ich mich rasch persönlich getroffen oder gar angegriffen.

  • Mir fällt es schwer, "Nein" zu sagen, wenn ich um Hilfe gebeten werde.

  • Ich meide Konflikte und fühle mich in deren Nähe unwohl.

  • Wenn es Spannungen gibt, versuche ich diese zu besänftigen.

  • Ich will niemandem zur Last fallen.

  • Ich hänge oft schwierigen Situationen lange gedanklich nach.

  • Neuen Menschen begegne ich grundsätzlich ziemlich offen und mit etwas Vorschussvertrauen.

Egal, auf welcher Seite du dich befindest - es gibt ein paar Tricks, wie du mit Situationen, die unter dieser Eigenheit leiden, wesentlich leichter und erfolgreicher zurecht kommst. Jeder kann es lernen, sonst würd ich mir die Zeit sparen, hier darüber zu erzählen.

Außerdem sind sich Leute oft gar nicht so über die besonderen Stärken ihrer “Eigenart” im Klaren. Denn jede Seite hat natürlich auch ein paar besondere “Kräfte”, die in die Eigenwirkung stark einfließen.

In dem Text erwarten dich auch immer wieder ein paar kleine Perlen an Erkenntnissen, die dir helfen sollen, das Thema in der Tiefe besser zu verstehen. Weiter unten gibt es dann die ganz praktischen, konkreten Tipps und Tricks, inklusive Formulierungen, die man eigentlich 1:1 übernehmen kann, um aus schwierigen Situationen herauszukommen. Selbst unangenehmste Situationen oder direkte, unerwartete, verbale Angriffe können mit dieser Art von sozio-emotionalem Karate in positive Entwicklungen umwandelt werden. Daraus gewinnt man eine große persönliche Sicherheit, weil es eigentlich kaum noch Situationen gibt, denen man damit nicht gewachsen ist. Wie beim Karate sind es auch hier oft nur ganz kleine Bewegungen - es braucht nicht viel Kraft - um große Wirkung zu entfalten.

Solche “Erkenntnisse” sind wie Hebel, die es uns ermöglichen, unsere Persönlichkeit weiterzuentwickeln, besser zu nutzen und zur Entfaltung zu bringen. Dabei wünsche ich dir schon jetzt viel Erfolg und vor allem Spaß!

Manche fragen in diesem Zusammenhang: Ist das nicht recht aufwendig? Ich meine, sich zu ändern? Muss ich da meine Persönlichkeit verbiegen? Das will ich nämlich nicht!

Verbiegen halte ich für fatal und ich habe das selbst mehr als nur ein wenig probiert. Es geht vielmehr darum zu verstehen, wie wir ticken - und wie die anderen. So wie ich meine Sprache im Umgang mit einem Kind oder mit jemandem mit schlechten Sprachkenntnissen anpasse, kann ich auch meine Art der Reaktion an Menschen anpassen, die anders ticken - ohne jedoch meine Werte, meine Haltung, etc. dabei zu verdecken oder gar zu negieren. Wir sind nur dann wirkungsstark, wenn wir richtig nah bei uns selbst sind.

Wir verbiegen uns ja auch vor allem dann, wenn wir das Gefühl haben, “nicht zu genügen” oder “nicht zu passen”. In solchen Situation versuchen wir anders zu sein, als wir im Kern sind. Das ist (zu lange oder zu stark ausgeführt) ungesund - passiert aber jedem. Es sollte uns aber bewusst sein, wenn wir uns verbiegen. Dann können wir relativ rasch wieder zu uns zurückkehren. Wenn wir jung sind und die Eltern unserer ersten Freundin oder unseres ersten Freundes kennenlernen, ist das bei vielen so eine Situation. “Ja nur keinen schlechten Eindruck hinterlassen”, sagen wir zu uns selbst. Dabei haben wir irgendwelche Vorstellungen, was gut und schlecht ist - auch wenn die gar nichts mit den Vorstellungen zu tun haben müssen, die jene Eltern haben. In solchen Situationen fühlen wir uns verunsichert, der Körper zeigt uns das mit einigen inneren Reaktionen. Und das ist dann garantiert kein guter Eindruck, denn so sind wir ja im Alltag nicht.

Bei persönlicher Entwicklung geht es nicht im Geringsten darum, anderen zu gefallen oder sich zu verbiegen. Es geht darum, das eigene ICH bestmöglich zu begreifen und zu stärken, und es auch im WIR ideal zur Entfaltung zu bringen. Das Leben ist dann mehr als schön, wenn wir beides auf gutem Niveau beherrschen. Dann gefallen wir den richtigen Menschen, nämlich jenen, die zu unserem wahren ICH passen, uns stärken, ergänzen und es uns ermöglichen unser Leben bestmöglich zu entfalten und zu leben.

Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wie wir funktionieren und gleichzeitig, wie wir es schaffen, mit unseren Mitmenschen so umzugehen, dass deren ICHs ebenfalls richtig verstanden und behandelt werden. Als Mensch ist dafür auch die Sprache ein wichtiger Bestandteil. Deswegen hier ein kleiner Schwenk in diese Thematik.

Die Bedeutung sprachlicher Fertigkeiten

Die sprachliche Fähigkeit ist etwas, das im Alltag eine große Rolle spielt - auch wenn sie das oft sehr unterschwellig macht. Bei Sprache wird sehr gerne von Talent gesprochen. Jemand ist ein Sprachtalent oder eben nicht. Glück gehabt oder Arschkarte - sozusagen. Letzteres gibt es ja nicht nur beim Fußball.

Wenn ich das, was ich vermitteln möchte, sprachlich nicht ordentlich verpacken kann, kommt es einfach nicht an. Das ist, wie wenn wir ein Packerl zur Post bringen und es nicht ordentlich verkleben. Beim Transport reißt es auf und der Inhalt fällt raus bzw. wird beschädigt. Beim Empfänger kommt etwas anderes an, als wir weggeschickt haben. Der denkt sich dann: “Was ist denn mit dem los, mir so einen Mist zu schicken?” Kommunikation ist ja mehrfach problematisch. Wenn wir nicht ganz klar sind oder etwas unvollständig rüberbringen, füllt unser Gegenüber den fehlenden Rest eben mit seinen Interpretationen oder Annahmen auf. Da kommt meistens nichts Gutes raus. In seiner Welt haben wir das aber so gesagt, wie er es sich dann zusammengereimt hat.

Entsprechend reagiert er auf uns so, wie es seiner Wahrnehmung nach angemessen ist. Wenn was ganz anderes ankommt, als wir abgesendet haben, erkennt man das am leichtesten daran, dass die Reaktion vom Gegenüber halt auch eher unerwartet ist. Wenn da dann etwas Beleidigendes zurückkommt, nicht sofort einschnappen, sondern nachfragen, was denn jetzt los sei. Und sofort klären sich Missverständnisse auf, ohne ein riesen Desaster zu bewirken. Je klarer und präziser wir uns ausdrücken, umso weniger werden wir diese Probleme bekommen. Unbeholfene oder schlampig gebrauchte Sprache legt uns da schon wesentlich mehr Hindernisse in den Weg.

Dann ist es relativ egal, ob ich verstehe wie ich mit "harten" und "weichen" Leuten umgehen muss. Wenn ich über meine eigenen Worte stolpere, dann ist es so, als hätte ich ein starkes rechtes Bein (Verständnis für die Situation) aber ein komplett kraftloses Linkes (Fähigkeit, das Wesentliche zu vermitteln). Da drehst du dich erst recht im Kreis.

Mir ist wichtig zu betonen, dass wir allesamt keine sprachlichen Genies sein müssen, um richtig gut durch den Tag zu kommen. Es braucht nur soviel - und das ist mehr ein Haltungsthema als alles andere -, dass wir uns darum bemühen, stets so klar wie möglich zu sein. Sobald wir unklar sind und unser Gegenüber etwas anders versteht, als wir das glauben, entsteht ein Problem. Wir sprechen auf einmal nicht mehr vom selben. Das ist dir doch garantiert auch schon passiert, oder? Und das muss nicht sein. Soweit der banalen Weisheiten.

Die nächsten Absätze schreibe ich für Leidensgenossen, die mit Sprache und Schuldeutsch ihre liebe Not hatten bzw. für jene Menschen, die daran zweifeln, sprachlich das Niveau erreichen zu können, das notwendig ist, um die unten erklärten Alltagsherausforderungen bewältigen zu können.

Der Artikel liefert weiter unten ganz konkrete Tipps und sogar Formulierungen, die man einfach mal schnappen und ausprobieren kann. Ich bin auch immer dankbar, wenn die Hilfestellung dann möglichst konkret wird, war es für mich doch selbst lange sehr schwer, mich sprachlich so auszudrücken, dass es passt.

Ein sprachliches Genie war ich nie. Meine Deutschlehrerinnen waren unisono der Meinung, dass mein Talent in Sachen Deutsch enden wollend sei. Eine hat es wirklich griffig gemacht, indem sie meinte: "Egal, wie sehr du dich anstrengst, du wirst nie auch nur Durchschnitt werden." Mit so viel Zuversicht geht ein 12-Jähriger natürlich mit enorm viel Selbstvertrauen in die Schule und zu Schularbeiten: "Juhu, Schularbeit, wieder eine Gelegenheit zu versagen und sich danach demütigen zu lassen." Bei mir wurden z.B. die Fehler in Schularbeiten und Hausaufgaben dann auch immer wieder gern von der Lehrerin während meiner HAK-Zeit vor der Klasse vorgelesen, damit die anderen sehen, wie es sicher nicht geht. Das haben aber selbst meine Mitschüler als miese Methode gesehen. Doch wenn du neun Jahre lang permanent eingetrichtert bekommst, dass du etwas nicht drauf hast, dann macht das etwas mit dir. Und ich bin ja nur einer von Unzähligen, die so etwas - in welchem Fach auch immer - erfahren haben. Zu anderen Schülern waren diese Lehrer ja wieder super nett. Ist halt auch hier eine Frage der Sympathie bzw. Humangravitation.

Wie war das bei dir? Gab’s bei dir auch Lehrer oder Lehrerinnen, die dir dein Selbstvertrauen genommen haben? Gibt es Fächer oder Fähigkeiten, die du meinst, nicht gut zu können, weil es dir die anderen eingeredet haben?

Was weiß man schon mit dem Alter? Uns wird z.B. der Deutschunterricht so verkauft, als wäre er tatsächlich die Grundlage für unsere Deutschfähigkeiten und nur anhand jener Beurteilung könne man diese bei uns messen. Später wird einem dann eventuell klar, dass einige Deutschlehrer nicht viel mehr machen, als Rechtschreibfehler auszubessern. Meinen Deutschlehrern gelangt es beispielsweise überhaupt nicht ein Gefühl für die Sprache und ihre Ästhetik zu vermitteln. Den Wert und die Macht von Sprache kannten sie bestenfalls theoretisch. Das wären aber für manche Schüler, eventuell auch für mich, viel wirkungsvollere Zugänge zur Sprache gewesen, als nur Rechtschreibung und Grammatik zu lernen. Schlimm ist es aber dann, wenn Lehrer den Selbstwert ihrer Schüler beschädigen, um ihre eigenen pädagogischen Mängel zu kaschieren - egal aus welchem Grund oder in welchem Fach.

Wichtig ist die Beherrschung der Sprache deswegen, weil wir eine gewisse Bandbreite benötigen, wenn wir mit unterschiedlichen Menschen kommunizieren. Dabei geht es nicht darum, dass wir uns anderen gegenüber unterordnen, indem wir uns auf ihr Sprachniveau anpassen oder besonders gestelzt reden, wenn wir glauben, unser Gegenüber verfüge über hohe Bildung. Doch wir können nicht wirken, wenn wir nicht verstanden werden.

Wenn du mir beispielsweise von deinem liebsten Hobby erzählst und du bist dabei so vertieft, dass du jede Menge Abkürzungen und Fachwörter verwendest, die ich nicht kenne, verlierst du mich. Dabei würde ich es total lässig finden - würde ich es nur verstehen. :-)

Verstehen ist ja ein schönes Wort. Es bedeutet für mich, ich muss mich geistig bewegen, also gehen und mich dort hinstellen, wo du gerade stehst. Nur so kann ich deine Perspektive einnehmen und dich verstehen. Dafür musst du mir jene Informationen und Eindrücke geben, die ich brauche, um deine Sichtweise nachempfinden zu können. du gibst mir Stück für Stück das Wissen, damit ich eine Brücke dorthin bauen kann, wo du bereits bist. Meine Aufgabe dabei ist es, bestmöglich jene Fragen zu stellen, die es dir ermöglichen, herauszufinden, was mir noch fehlt, um deine Sichtweise zu erreichen.

Ich sehe das Glitzern in deinen Augen und das elektrisiert mich zu Beginn. Ich will auch dorthin, damit ich sehen kann, durch was es ausgelöst wird. Darum ist es so wichtig, dass wir, so gut es uns möglich ist, packend formulieren - also die anderen mitnehmen. Sonst freue ich mich darüber, dass du so viel Spaß mit deinen Hobby hast. Aber ich muss leider vor der Tür bleiben und durch ein verschmiertes Fenster schauen, um überhaupt eine diffuse Idee davon zu bekommen, was dich da so begeistert.

Wir müssen klar und verständlich sein!

Wir wirken ebenso wenig, wenn wir kein Selbstvertrauen besitzen. Sind wir sprachlich unsicher, so meint unser Gegenüber rasch, dass wir in der Sache (über die wir gerade plaudern) nicht sicher sind. Über diese sprachliche Ebene schreibe ich aus zwei Gründen auf diese Weise:

1. Wenn dir deine Lehrer oder andere Personen das Gefühl vermittelt haben, dass du kein Sprachtalent hättest, dann solltest du dich deswegen nicht schlecht fühlen. Diese “anderen” sind es, die sich dafür in Grund und Boden schämen sollten. Die Behauptung, es sei dein Mangel an Talent, das zu deinen schlechten Leistungen führt, ist eine allzu beliebte, weil einfache Ausrede. Wirklich gute Lehrer sind in der Lage, Talent, wie wertvolles Erz in einem Berg, frei zu legen, es sichtbar und nutzbar zu machen. du hast garantiert auch solche großartigen Lehrer kennen gelernt. Sie machen uns besser und das in einer Weise, die uns ein gutes Gefühl gibt. Ich denke, kaum jemand vergisst seine wirklich guten Lehrer. Sie berühren etwas in uns, was die Art und Weise wie wir uns entwickeln und wachsen, mitbestimmt - so bleiben sie, wie alle Menschen, die uns helfen unser wahres Wesen zu entfalten, immer ein Teil von uns.

Manche Lehrer nutzen gern die obige Ausrede des Mangels an Talent. Vor allem jene, die wenig Talent haben, die Fähigkeiten ihrer Schüler zu öffnen und zu fördern. Natürlich gibt es Schüler, die sich nicht bemühen, ihren eigenen Mangel an Talent mit Fleiß wettzumachen. Und natürlich ist es angenehmer zu behaupten, die Schüler seien schlecht, als sich selbst einzugestehen, dass es einem an Fähigkeiten fehlt, manchen Schülern weiterzuhelfen.

Tatsache ist, jeder Mensch kann jede Sprache lernen - manche halt schneller als andere. Das Entscheidende ist, dass wir wissen, wofür wir sie lernen sollten. Wenn es dir egal ist, wie du wahrgenommen wirst, wenn du keinen Sinn darin siehst, überzeugend und begeisternd sprechen und/oder schreiben zu können, wenn du diese Fähigkeit nicht brauchst, um deine Ziele zu erreichen bzw. deine Richtung im Leben erfolgreich zu gehen, dann verschwende doch keine Zeit damit, etwas zu lernen, was unnötig ist.

Der IT-Superexperte muss kein sprachliches Genie sein. Wenn er es ist, dann toll - Bonuspunkte. Aber um glücklich und erfolgreich in dem zu sein, was er liebt, benötigt er es nicht. Eine gute sprachliche Grundkompetenz ist deswegen sehr nützlich, weil wir soziale Wesen sind (manchmal mehr, manchmal weniger - je nach Gemütslage) und viele Bedürfnisse nur in der Gemeinschaft zufrieden gestellt werden können. Und in dieser Gemeinschaft hat man es leichter, wenn man sich auszudrücken versteht.

Wenn du eine Sprache oder sonstwas lernen willst, dann wirst du es lernen - ganz egal, mit welchem Blödsinn dir manche Menschen vielleicht einzureden versuchten, dass du dazu nicht in der Lage wärst. Der erste Grund, warum ich darüber schreibe, ist, dass es nicht die Dämonen der Schulzeit oder Kindheit sein dürfen, die unser Leben lang negativ auf uns wirken. Zu oft habe ich schon bei Menschen entdecken müssen, dass manche Aussagen (genau wie bei mir) tief und giftig in ihrem Gehirn stecken und wie ein Bremskeil wirken. Niemand hat das Recht, andere derart auszubremsen. Gib niemandem die Macht, dich dein Leben lang klein zu halten und dich deiner rechtmäßigen Größe zu berauben. Nutze diese Dinge auch nicht als Ausrede, es nicht zu versuchen. Es gibt keine Ausrede! Wir können alles lernen, wenn wir wirklich wollen! Wenn du es nicht glaubst, findest du dazu im Text zu "Intelligenz - Der Werwolf im Schafspelz" einige schlagende Beweise.

Sei dir genauso immer bewusst, dass wir selbst - oftmals aus blödem Reflex - andere “klein machen” und diese giftigen Botschaften in die Köpfe anderer setzen. Ich nehme mich da nicht aus. Früher war mir nicht klar, was so blöde “Sager” anrichten können. Du kannst Menschen massiv schädigen. Es braucht nur die falschen Worte zur falschen Zeit. Ich bin sicher, auch dir ist das schon passiert, vielleicht sogar mit Vorsatz. Für mich kann ich nur sagen, ich gebe - seitdem es mir klar ist - mein Bestes, keinen Schaden mehr anzurichten. Ich will nicht Schuld daran sein, dass andere Schmerzen leiden. Wenn du und ich und die anderen das besser beherzigen. Wir hätten eine deutlich lebenswertere Welt, mit stärkeren und freundlicheren Menschen. Kleine Änderungen können große Auswirkungen haben.

2. Der inhaltliche Grund, warum wir Sprache auf gutem Niveau beherrschen sollten, ist eben, dass wir dadurch Sprache flexibel handhaben können. Wir können mit jungen Menschen anders sprechen als mit älteren, da diese unterschiedliche Vokabularien verwenden. Wir können mit Laien anders sprechen als mit Experten. Lockere Menschen sprechen anders als eher “steife” Leute. Und wir können auch mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen unterschiedlich umgehen - was den Kern des Artikels trifft.

Die unsichtbare Kraft getarnt als “Vertrauen”

Irgendwann um ca. 2015 herum, hielt ich eine Keynote-Rede bei einer Unternehmensübergabe bzw. der Feier, mit der diese begangen wurde. Dieses Unternehmen verkauft Persönlichkeitsanalysen. Ich persönlich halte davon ja gar nicht wirklich so viel. Zu viele fußen auf uralten Ansätzen, wie z.B. das DISC-Modell. Natürlich ist es cool, dass der Erfinder von "Wonder Woman" die Grundlagen dieses Modells geschaffen hat - auch wenn ich mehr zu "Marvel" tendiere. Aber den meisten ist nicht klar, dass die psychologischen Grundlagen hinter dem DISC-Modell und den unzähligen Brüdern und Schwestern, die den Markt bis heute dominieren, fast 100 Jahre alt sind - und schon zu ihrer Zeit nie als wissenschaftlich fundiert galten. Klar, man kann jetzt sagen: Wissenschaftlich hat sich ja nicht viel getan in den letzten 100 Jahren, vor allem rund um die Neurowissenschaften! - aber irgendwie wird uns das keiner abkaufen.

Das Luxus-Modell, das jenes obig erwähnte Unternehmen verkauft, ist ebenfalls über 30 Jahre alt, aber es hat eine solide methodische Basis, ist keine Typologie und ich erkannte, dass es für meine Coachingarbeit sehr wertvoll ist. Und diese Analyse hat mir geholfen, diese eine Kraft sichtbar und damit begreiflich zu machen, die mich seit so vielen Jahren immer wieder nervte.

In der Analyse wurde diese Dimension bzw. Verhaltensdisposition (wenn man genau sein will) "Vertrauen" genannt. Auf den ersten Blick dachte ich mir eher, was das nun jetzt sein soll und, dass es sich wohl eher um eine Rand-Dimension handelt - so ein “weiches” Element. Andere Dimensionen wie Detailorientierung, Absicherung, Gefühlskontrolle, etc. klangen wesentlich handfester. Ich hätte gar nicht weiter daneben liegen können. Heute erkläre ich meinen Kunden, dass wir jetzt zu der spannendsten Dimension kommen, wenn wir beim "Vertrauen" sind. Und ALLE schauen mich dabei zweifelnd an. *g* Nach der Erklärung sind praktisch alle ebenso der Meinung. Also, was steckt dahinter?

Bei allen Dimensionen, die in der Analyse abgebildet werden, handelt es sich um Gegensatzpaare. Nach der Beantwortung der Analysefragen wird man entlang eines waagrechten Balkens eingestuft. Diese Position zeigt, wie man sich im Vergleich zur restlichen Bevölkerung verhält. Hier sieht man mein Profil.

Wenn man sich die Grundlagen ordentlich angeeignet hat, kann man mit dieser einen Seite schon sehr viel anfangen. Das ist auch der Grund, warum ich es nach wie vor gerne im Coaching verwende. Es vereinfacht und beschleunigt den Vorgang des "Sich-Kennenlernens".

Mitten drinnen im Sozialverhalten, also dem zweiten Hauptblock, finden wir an dritter Stelle jene Dimension, die uns hilft, die Kraft zu verstehen, um die sich dieser Artikel dreht. Aber was versteckt sich nun hinter dieser Dimension "Vertrauen"? Der Begriff ist ein wenig irreführend. Es sind nämlich mehrere Aspekte, die wir hier sehr unkompliziert herauslesen können.

Der naheliegende Aspekt hinter "Vertrauen" befasst sich damit, wie Menschen auf jemanden zugehen bzw. sich gegenüber jemandem verhalten, den sie zuvor noch nicht kannten - menschliches Neuland sozusagen.

Befinden wir uns auf der linken, äußeren Seite dieser Dimension, sind wir jemand, der gegenüber neuen Menschen anfangs skeptisch und kritisch ist. Das bedeutet nicht, dass solche Menschen gemein und ungut agieren. Sie sehen sich ihr Gegenüber aber zuerst genau an, bevor sie sich dazu entschließen, ihr Vertrauen zu schenken. Die Türe ist erst mal zu und solche Personen schauen dann durch den Tür-Spion. Innerlich gehen sie eine Checkliste durch, mit Fragen, die so ähnlich sein können wie: - Wer bist du? - Was willst du? - Was kannst du? - …

Wenn hinter diesen Fragen grüne Häkchen gesetzt werden können, weil die Einschätzung positiv ausfällt, geht die Tür auf und der Umgang kann dann durchaus rasch von Vertrauen erfüllt sein. Es geht hier wirklich primär um dieses erste Abchecken, bei dem jene Leute, die sich bei dieser Verhaltensdisposition links befinden, so skeptisch sind. Sie heißen nicht jeden einfach von Haus aus Willkommen.

Wie du oben gesehen hast, befinde ich mich hier eher rechts - wenn auch nicht ganz am Rand. Jene mit sehr hohem "Vertrauen" (also rechts außen) müssen die Türe nicht erst aufmachen. Die Türe ist da überhaupt nicht eingehängt. Die lehnt irgendwo herum oder wird vielleicht als Tischplatte verwendet. Doch diese Menschen verschließen sich im Erstkontakt prinzipiell nicht. Das müsste schon eine sehr bedrohliche Umgebung, also angsteinflößend sein, damit Skepsis gegenüber neuen Menschen ausgelöst wird. Im Alltag begegnen uns diese Menschen mit einer großen Offenheit und meist auch Neugier.

Diese Menschen gehen von einem guten Kern im Gegenüber aus. Sie wissen natürlich schon, dass nicht jeder immer gut drauf und glücklich ist. Dass frustrierte Leute ungut sein können, erfahren wir ja schon recht früh im Leben. Doch sie machen "böses" Verhalten eben davon abhängig, was den Menschen im Leben widerfährt. Für sie ist der Kern dennoch gut, auch wenn das Verhalten momentan was anderes zeigt.

Wir haben hier also als erste Facette von "Vertrauen": Auf der einen Seite die skeptischen und auf der anderen Seite die offenen Menschen. Es gibt per se keine guten oder schlechten Eigenheiten und Verhaltensdispositionen. Und doch hat natürlich jede Eigenheit sowohl ihre Plus- als auch Minuspunkte im Alltag. Gehen wir zuerst auf eine der Gefahren ein, die hier immer mitschwingen.

Gefahr von Offenheit (weich) und Skepsis (hart)

Es liegt ziemlich auf der Hand, worin die Gefahr besteht, wenn wir allzu vertrauensselig sind. Dass man ausgenutzt, belogen und hintergangen wird, ist wahrscheinlicher. In manchen Fällen wäre es vielleicht besser, die Türe zuzulassen. Aber jetzt ist die halt schon als Tischplatte im Einsatz. Blöd gelaufen. Es ist nicht so einfach, je nach Situation unsere tiefsten Eigenheiten zu ändern. Für Menschen, mit einer sehr weit rechtsseitigen Ausprägung ist das noch schwerer. Wenn wir stark ausgeprägte Eigenheiten haben, können wir uns unser Verhalten nicht mehr so leicht aussuchen. Da kommt viel Druck von innen.

Wenn wir z.B. extrem genau sind - unserer Persönlichkeit nach - können wir auch schwer aus unserer Haut und machen halt alles genauer als andere. Das ist bei allen diesen Dimensionen so. Wenn wir mittig sind, können wir uns recht frei bewegen und unser Verhalten an die Situation anpassen. Je extremer /seitlicher eine Eigenheit ist, umso mehr bestimmt uns diese, unabhängig von der Situation.

Das führt zu teilweise unangenehmen Dynamiken. Wenn Heike im "Vertrauen" weit rechts ist und Ulrike behandelt sie schlecht, dann wird in Heikes Kopf etwas Ähnliches wie das ablaufen: "Oh Mann, was soll denn das? Wie kann Ulrike das nur machen? Aber, das war sicher keine Absicht. Die hat das sicher nicht böse gemeint. Wahrscheinlich wusste sie nicht, wie wichtig mir das ist und, dass es mich so verletzt!"

Das kennt vermutlich der eine oder die andere von uns. Je weiter rechts wir selbst bei "Vertrauen" sind, umso öfter ist uns das schon passiert. Wir rechtfertigen schlechtes Verhalten von anderen. Doch warum macht man sowas? Wenn uns jemand anderer was antut, sollten wir diese Person dann nicht zur Rede stellen? Denn selbst wenn sie es nicht mit Absicht getan hat, wird sie es eventuell wieder tun, schlicht der Tatsache geschuldet, dass sie ja gar nicht wissen kann, dass wir damit ein Problem haben. Wir haben es ihr ja nicht gesagt!

Es gibt einen Grund dafür, warum Menschen mit hohem "Vertrauen" solche Situationen nicht ansprechen. Und dieser hat mit dem zweiten Faktor zu tun, der in dieser Dimension steckt und den Kern der unsichtbaren Kraft ausmacht, auf deren Spur wir sind - und der wir uns gleich zuwenden.

Was ist aber mit den Skeptikern? Wo soll da die Gefahr liegen? Hast du eine Idee? Wie könnten Skeptiker beim "Erstkontakt" Probleme bekommen?

Die sind doch schon misstrauisch. Also sehen sie schon Gefahren, bevor diese überhaupt wirklich da sind, bzw. sehen sie Bedrohungen und Inkompetenz selbst da, wo es gar keine gibt. Da muss man doch auf der sicheren Seite sein. Stimmt schon. Die Fallen, die das Leben der Naivität gerne aufstellt, sind für Skeptiker nicht gefährlich. Da lachen die drüber.

Aber - und das ist ein wenig tückischer, weil auch nicht so leicht zu sehen im Alltag - für die Skeptiker ist die Falle das, was aufgrund ihrer Skepsis erst gar nicht entsteht. Wenn uns jemand begegnet, mit verschränkten Armen, in eher ablehnenden Haltung und kritischem Blick, eventuell ein wenig von oben herab, dann hat das eine Wirkung. Wenn daneben jemand steht, der uns offen, herzlich und neugierig begegnet, dann ist es für die meisten Menschen so, dass sie den extremen Skeptiker lieber mal meiden. Die skeptische Haltung kann man leicht damit verwechseln, dass diese Leute negativ "drauf sind" und "ungut sind" - oftmals sind sie in ihrer Art dann auch ein wenig “ruppig”. Das sie aber “böse” sind, stimmt in aller Regel gar nicht, wenn man sie dann einmal kennengelernt hat. Aber dieser erste Eindruck führt dazu, dass viele Leute sie eben gar nicht kennen lernen wollen bzw. vor diesem ersten Kontakt zurückschrecken - sofern sie eine Wahl haben.

Den Skeptikern entgehen also viele tolle Bekanntschaften und womöglich Freundschaften. Natürlich kann man sich dann locker einreden, dass man eh nur die abstößt, die nicht zu einem passen. Das kann teilweise durchaus stimmen. Aber wenn man das immer vor sich behauptet, dann redet man es sich nur schön. Die Ausstrahlung im Erstkontakt ist einfach nicht so offen und das hat die entsprechende Wirkung. Wenn wir - trotz kritischer Sicht - zumindest einmal eine freundliche Begrüßung “Schön dich kennen zu lernen.” anbringen, ist schon viel geschehen, so banal es auch ist. Danach kann man immer noch seine Checkliste durchlaufen lassen und die Tür ist deswegen auch noch nicht aufgestoßen. Mit einer freundlichen Erstbegegnung vermeiden wir jedoch, dass sich andere durch unsere skeptische Erstprüfung unmittelbar eingeschüchtert bzw. abgestoßen fühlen.

Weich vs. Hart oder direkt vs. Indirekt

Nun enthüllen wir das Unsichtbare, das so oft im Alltag Probleme bereitet. Es ist die zweite Facette von „Vertrauen“. Und diese verrät uns, wie die Leute kommunizieren. Jetzt wird rasch klar werden, wodurch hier die Probleme entstehen.

Menschen, die sich bei „Vertrauen“ auf der linken Seite finden, sind in ihrer Kommunikation sehr direkt. Das was sie denken, das sagen sie auch. Und zwar genau dann, wann sie es denken. Und zwar genau so, wie es ihnen durch den Kopf geht. Da wir grundsätzlich eher dazu neigen, wenig galant zu denken, sondern den besseren Stil an die Botschaft mittels unserer Sprache anzuheften, entsteht hier bei direkten eine sehr unverblümte Sprache. Solche Leute erscheinen anderen oft grob, rau und ungehobelt. Viele denken, wenn sie so direkten zuhören: „Na fuh, das kann man aber auch anders sagen.“ Wenn jemand sehr direkt ist, kommen Aussagen wie: “Was schaust denn heute so blöd aus der Wäsche?” Dabei ist einem nicht klar, warum die Person uns eine derartige Aussage um die Ohren klatscht. Die Kommunikation für direkte ist unmittelbar und unverfälscht. Wenn so jemandem Fehler in unserer Arbeit auffallen, fällt das Feedback aus wie folgt.

Ernst: „du Herta, da hast einen vollkommenen Topfen abgeliefert. Mach das jetzt mal gescheit.“

Menschen, die sich im "Vertrauen" rechts verorten, formulieren komplett anders. Sie können anderen nur schwer Negatives oder Kritisches mitteilen und verpacken diese Botschaften so gut in Watte, dass möglichst alle Ecken und Kanten weich und kuschelig werden. Wenn ihnen eine schlechte Leistung auffällt, würden sie in etwa so das Feedback anlegen:

Paul: du, Herta, danke für deine gute Arbeit. Es ist großartig, dass du immer so schnell bist. Mir ist nur aufgefallen, dass da eventuell ein paar Fehler in deinem letzten Bericht sind. du machst deine Arbeit sonst immer so gut. Das war sicher nur ein Ausrutscher und auch nichts Dramatisches. Wir alle haben ja auch mal Tage, an denen wir dauernd abgelenkt werden und so. Vielleicht hast du demnächst mal Zeit und schaust dir das noch einmal an.

Das scheinbar paradoxe ist, dass die direkte Person oben vielleicht die Herta nur warnen wollte, weil sie weiß, dass ihr Chef mit diesen Fehlern gar keine Freude haben würde und Herta mächtige Probleme bekommen würde, wenn sie den Bericht so abgibt. Um Herta zu schützen, sagt er ihr, dass sie das nochmal korrekt machen soll. Die Art und Weise, wie es gesagt wird, ist das Problem. Direkte neigen dazu, den Kontext zu kürzen oder wegzulassen. Ihnen ist sehr oft nicht klar, dass das dazu führt, dass ihre Botschaften komplett anders wirken, als sie gemeint waren - in aller Regel sehr viel negativer als sie es verdienen würden. Ich habe schon mit zig Leuten mit einer linken Orientierung gearbeitet und sie darüber aufgeklärt, dass viele Menschen viel weicher reden und so direkte Botschaften wie einen Faustschlag und als direkten Angriff empfinden. Sehr oft waren sie schockiert, dass Menschen so derart anders mit Informationen umgehen und innerlich verarbeiten.

Denn wenn wir sehr direkt mit jemandem sprechen, der auf der rechten Seite zu Hause ist, dann kommt von dieser Person keine Erwiderung. Wir haben ja schon mitbekommen, dass die Indirekten möglichst jede Spannung vermeiden, keine Kritik anbringen wollen und sich in solchen Situationen höchst unkomfortabel fühlen. Indirekte gehen nach so einer „Attacke“, denn so fühlt es sich für sie an, eher zu Kollegen und sagen zu denen: „Du, weißt eh, der Ernst hat mich grad voll zur Schnecke gemacht und mir ungut den Bericht zurückgeschmissen.“ Vielleicht reden sie noch mit ein paar anderen Kollegen. Zuhause mit ihrem Partner, sofern vorhanden, geht es weiter. Es wird mitunter fast mit allen anderen gesprochen, aber nicht mit Ernst Eisenhart. Es kann gut sein, dass diese Situation Indirekte noch mehrere Tage oder gar Wochen beschäftigt.

Bei Direkten verhaftet so eine Situation nicht besser als Wasser auf dem Gefieder einer Ente. Sie sind eben stark im Moment und grübeln dann nicht ewig hinterher. Sie haben Herta gesagt, was zu sagen war, haben ihr (in ihrer eigenen Wahrnehmung) damit einen Gefallen getan und kümmern sich nicht länger darum. Sie kämen nie auf die Idee, dass sie Herta beleidigt, verunsichert, oder sonst etwas hätten. Denn, wenn das passiert wäre, hätte sie doch etwas gesagt. Denn Direkte hätten etwas gesagt. Und uns wird beigebracht, dass wir von uns auf andere schließen sollen bzw. diese so behandeln sollen, wie wir es auch gerne möchten. Blöde Sache - das funktioniert hier leider gar nicht gut.

Herta und ihre indirekten Kollegen würden derart hart nur mit Menschen reden, wenn ihnen schon die Galle überkocht und sie verletzen wollen. Wo eine direkte Persönlichkeit noch eine ganz normale Konversation verortet, sieht eine Indirekte schon die Konfrontation mit dem Messer zwischen den Zähnen. Und das ist der Knackpunkt. Der Direkte meint es sogar noch nett und beim Indirekten kommt eine persönliche Erniedrigung und Verletzung an. Umgekehrt glaubt Herta, sie hat schon voll die böse und harte Erwiderung gegeben, um dem Ernst die Meinung zu sagen, doch für Ernst war das noch eine ganz normale, unaufgeregte Konversation.

Ja, richtig, Indirekte nehmen Kritik viel schneller persönlich als Direkte. Direkte suchen nicht immer gleich nach der Kränkung in einer sachlichen Information. Manchmal checken sie gar nicht, dass sie gerade beleidigt wurden, solange der Inhalt für sie klar ist. Das verstärkt diese Problematik zusätzlich. Herta denkt sich in den nächsten Tagen, dass sich Ernst jetzt mal langsam entschuldigen müsste. Sie meidet ihn jedoch, weil sie keine neuen Attacken erleben will - außerdem sollte er doch zu ihr kommen. Ernst fällt irgendwann auf, dass Herta sich anders benimmt. In seiner feinfühligen Art fragt er nach ihrem werten Befinden: „Herta, was ziehst du denn für ein Gesicht?” oder “Was schaust du denn die letzten Tage immer so blöd aus der Wäsche?“

Nun glaubt Herta, dass das eine gemeine Zulage zum ersten Angriff ist, an den Ernst ja schon lange nicht mehr gedacht hat. Er hat sich in dieser zweiten Situation tatsächlich Gedanken oder Sorgen gemacht, es aber nicht gaaaaaanz so formuliert. Wozu Kontext geben? Kostet ja zig Sekunden! Herta denkt sich, dass Ernst ja wohl selbst am besten wissen sollte, was mit ihr los ist. Schließlich ist er der Grund, warum sie schon seit Tagen unrund ist und nicht mehr gut schläft.

Somit hat die gutgemeinte aber sehr ruppige Nachfrage den Keil noch tiefer in die Beziehung getrieben und Herta meidet Ernst noch konsequenter. Irgendwann denkt er sich, dass sie ihn gernhaben kann. Nachrennen will er ihr auch nicht, wofür und warum auch? Er kümmert sich um sie und sie benimmt sich so seltsam.

Sobald eine Beziehung schief hängt, wird sowieso alles negativ interpretiert. Das geht dann wunderbar in beide Richtungen. Neutrale Aussagen sind dann gleich Angriffe. Nette Gesten sind garantiert mit - vielleicht nicht sofort erkennbaren - bösen Absichten verbunden. Es ist herrlich, wie genial unser Gehirn alles hin- und herdeuten kann, wenn die Emotion mal das Ruder in der Hand hat.

Beobachte mal deine Gedanken, wenn du auf jemanden wütend bist. dein Verstand wird versuchen, die Person schlecht zu machen, ihre Leistungen und Fähigkeiten klein zu reden, ihre Handlungen und Aussagen negativ auszulegen. Ist halt schwer, dann wieder auf einen grünen Zweig zu kommen - vor allem, wenn es beide Seiten machen.

Das geht natürlich auch in die andere Richtung. Jeder, der schon mal ordentlich verknallt war, weiß, was so eine rosarote Brille mit einem anstellen kann. Das fühlt sich zumindest in dieser Phase deutlich besser an als so ein kalter Krieg, wie er zwischen Herta und Ernst begonnen hat.

Was glaubst du, wie oft entstehen derartige Konflikte und Spannungen auf Grund dieser Konstellation von Direkten und Indirekten? Aus meiner Erfahrung heraus ist es eine unüberschaubare Zahl. Das lustige ist, dass die Leute, wenn man mit ihnen diese Thematik erarbeitet, total erleichtert sind. Wenn man solche Szenen schildert, hat jeder irgendwelche persönlichen Erlebnisse vor dem inneren Auge, die bis dahin nicht zu verstehen waren. Mit dem gewonnenen Verständnis ist es für viele Leute relativ leicht, diese schiefen Beziehungen wieder gerade zu rücken. Oft ist es eine große Erleichterung nach dem Schock, dass manche Mitmenschen so komplett anders ticken als man selbst.

Überlege doch mal, wie es in deinem Freundes- und Kollegenkreis aussieht. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du da auch ein paar Direkte und indirekte Leute hast. Die sind doch markant unterschiedlich in ihrem Verhalten, oder?

Direkten - und dann teilweise halt rüden - Menschen wird sehr schnell die Zuschreibung „Arsch“ umgehängt. Das kann schon auch mal Hand in Hand gehen. Aber das Prädikat haben nicht die Direkten für sich allein gebucht. Diese sind einfach durch ihre Art fast gezwungen, ihren Senf halt ungeschönt dazuzugeben und das ist, weil sie eben auch Skeptiker sind, oft etwas Kritisches. Dabei haben gerade diese Leute einen oftmals tollen, trockenen Humor - den ich persönlich wieder total gerne mag.

Früher hatte ich ja Bammel vor diesen Leuten. Das hat einfach daran gelegen, dass ich mir meiner Selbst extrem unsicher war und die Direkten legen ja einfach den Finger auf Fehler, ohne da irgendwie zu schonen. Heute liebe ich die Arbeit mit ihnen. Wenn man mal durch diese Grundskepsis durchstößt, dann ist es, als durchbreche man die Schallmauer. Das ist lässig. Du weißt auch immer, woran du bei diesen Leuten bist - sofern sie sich nicht in Höflichkeit bemühen. Da ihnen das relativ schwer fällt, weiß man trotzdem was Sache ist. *g* Natürlich gibt es Menschen, die diese Problematik verstanden haben und die mit ihrer direkten Art zu oft negative Reaktionen ausgelöst haben. Einige haben irgendwann gelernt, dass man direkt sein darf, aber es dabei wichtig ist, die Botschaft nicht zu hart und kontextbefreit zu übermitteln.

Böswilligkeit ist nichts, was wir mit Direktsein assoziieren sollten. Wenn wir jemanden für böse halten, dann werden wir alles, was von diesem kommt, auch so interpretieren. Aus dieser Ecke kommt man kaum mehr heraus. Selbst nette Aktionen werden dann abgewertet, mit bösen Hintergedanken entwertet oder als unbewusster Zufall abgetan - wie schon zuvor erwähnt. Wenn dann mehrere im Umfeld jemanden behandeln, als wäre diese Person eben ein „Arsch“, dann wirkt sich das logischerweise auch irgendwann auf das Gemüt dieser Person aus.

Wenn zu dir eine ganze Gruppe Leute ungut ist, dann wirst du dir auch deinen Teil denken, oder? Und entweder du deutest ihnen von Beginn an zumindest innerlich den Mittelfinger oder es kommt halt später. Hängt davon ab, wie du gestrickt bist.

Dann ist es eine Frage der Zeit, bis jene Ausgegrenzten wirklich ungut und gemein werden. Wenn andere Leute Ernst Eisenhart immer wieder als böse abtun und es ihn spüren lassen, wird der Frust und die folgende Resignation kommen, so sicher wie die Nacht auf den Tag folgt. Nur in diesem Fall ist es das Umfeld, das aus dem Tag eine Nacht macht. Wir sollten hier also wirklich vorsichtig sein und uns genau ansehen, ob das, was an direkten Botschaften kommt, wirklich so verletzend und bösartig gemeint ist oder im Grunde sachlich korrekt ist und halt sehr ungeschliffen formuliert wurde.

Ich habe schon oft gesehen, wie Menschen die Sonne vom Himmel von jemandem nehmen, der nicht ideal zur Gruppe passt - und damit einen Mitmenschen in ein dunkles, kaltes Leben stoßen. Wer gibt uns das Recht derart mit anderen umzugehen? Du merkst schon, dass mich das nicht kalt lässt. Es gab eine Zeit, wo ich es auch nicht so leicht hatte und das hat mich natürlich auch geprägt. Ich konnte meine Narben irgendwann versorgen und bin letztlich stärker geworden, mit vielen Jahren Verspätung. Aber viele werden einmal ausgegrenzt und werden aus ihrem Leben richtiggehend hinausgestoßen und ins Unglück getrieben. Nicht selten sind psychologische Störungen Resultate aus inneren Defensivmechanismen, ausgelöst durch diese Grausamkeiten - die manchmal nur graue Blödheit sind.

Böses und Grausames ist oft hausgemacht bzw. entsteht super-unglücklich aus solchen Dynamiken, wie sie Weich vs. Hart hervorbringen. Da gibt es keine echten Gründe und doch können ganz fatale Situationen für Menschen entstehen. Und oft wird es eben komplett unbewusst hervorgebracht. Es fühlt sich in solchen Situationen, wie sie Ernst und Herta erleben, jeder im Recht. Keiner macht da etwas Böses am Anfang - und doch kann es das Leben schwer machen. Natürlich ist es wesentlich angenehmer, wenn wir vorab schon die Fähigkeit haben, mit Menschen umzugehen, die im „Vertrauen“ ganz anders sind als wir. Und genau darum dreht sich der abschließende Teil des Artikels.

Tipps & Tricks bei Konfrontationen von „Weich“ & „Hart“

Eine Handlungsanleitung für die „Weichen“ unter uns, also jene, die bei „Vertrauen“ auf der eher rechten Seite zu finden sind. Mit den folgenden Tricks, kommen wir auch aus spannenden Situationen wunderbar heraus. Es mag zwar anfangs eine kleine Überwindung dabei sein, aber diese ist nichts im Vergleich zu der Sicherheit, die wir im Umgang mit Direkten gewinnen.

Wenn uns Direkte eine harsche Botschaft reinwürgen, wie es Ernst Eisenhart oben getan hat, dann ist eine sehr gute Möglichkeit, in etwa so zu reagieren:

„Hey Ernst, ist alles in Ordnung mit dir? Kein Thema, klar schau ich mir die Fehler an, die du gefunden hast. Aber du hast mir das jetzt ordentlich vor den Bug geknallt. Geht’s dir eventuell nicht gut?“

Warum sollten wir so reagieren? Das hat mehrere Gründe. Wenn uns jemand nur helfen will und einfach rüde und direkt ist, dann wird ihm durch unsere Reaktion klar, dass für uns diese Art der Kommunikation hart und verletzend ist. Da Ernst ja überhaupt nicht die Absicht hat uns zu verletzen, wird er sich sicherlich entschuldigen und uns fast mit 100% Sicherheit nun den Kontext liefern, um zu erklären, warum er es uns so gesagt hat. Wenn wir verstehen, warum er uns das sagt, sind wir vermutlich sogar dankbar, weil er uns ja vor weiterem Schaden bewahrt hat. WAS FÜR EIN UNTERSCHIED zu der obigen, unbewussten Reaktionskette.

Es hat aber noch weitere Gründe, warum man gelassen und freundlich reagieren sollte, wenn jemand aus dem Nichts einen scheinbaren Angriff startet. Wenn jemand einen schlechten Tag oder wirklich schlechte Laune hat und uns deswegen so an die Kandare fährt, dann erwartet die Person Gegenwind. Wenn wir streitlustig sind und uns deswegen eher angriffig verhalten, dann ist es ja logisch, dass jemand mit Gegenangriff reagiert oder das Weite sucht – Kampf oder Flucht eben, wie wir es seit tausenden Jahren kennen. Alles andere ist im Gehirn praktisch so gut wie nicht als Möglichkeit vorgesehen. Also erwarten wir diese zwei Verhaltensoptionen voll zu Recht.

Wann sind Personen aggressiv? Meistens dann, wenn es ihnen nicht gut geht. Oder warst du schon mal super gelöst und locker drauf, total im Reinen mit deinem Leben und hast gleichzeitig miese Laune und Aggression empfunden? Das verträgt sich ja eher nicht so gut. Wenn sich uns Probleme in den Weg stellen, dann entsteht im ersten Moment Frust - das ist mal Energie, die wie in einem Staudamm in uns angelagert wird. Je nachdem, wie gut wir gelernt haben, damit umzugehen, kann der Frust nach Sekundenbruchteilen schon wieder weg sein, z.B. indem wir uns klar machen, dass das Problem gar nicht so groß ist und eigentlich keine nennenswerten Konsequenzen hat. Die negative Emotion verraucht und löst sich auf. Andere suhlen sich allerdings “gerne” gewohnheitsmäßig im Frust, wie Schweinchen im Morast. Vielleicht denken sie, dass es für die Haut gut ist oder Ähnliches.

Sinnvollerweise überlegen wir uns, wie wir das Problem lösen. Sobald wir einen klaren und halbwegs sicheren Weg für uns gefunden haben, geht die Energie in diese Weg-Motivation hinein und wir beginnen, das Problem zu bewältigen.

Wenn allerdings keine Wege sichtbar sind bzw. wir uns diese einfach nicht zutrauen, dann hat die Energie keinen Kanal, in den sie konstruktiv fließen kann. Es entsteht keine Weg-Motivation. Diese gestaute Frust-Energie wird also nicht in konstruktive Bahnen gelenkt. Manche werden dann traurig. Das ist der innere Prozess, mit dem wir uns von Dingen verabschieden, die uns wichtig sind. Das Problem verhindert, dass wir z.B. unsere Lieben zu Weihnachten sehen können. Die Trauer spiegelt uns diesen Verlust. Und indem wir diese Trauer durchleiden und sie aufarbeiten, beginnen wir die Situation zu akzeptieren. Es ist wie ein Heilungsprozess. Je nachdem wie groß die Wunde ist, kann das natürlich entsprechend dauern. Und es kommt natürlich auch darauf an, wie wir mit dieser Wunde umgehen. Ob wir sie heilen lassen oder immer wieder mit den Fingernägeln kratzen. Aber gut, Trauer ist ja hier nicht das Thema.

Uns geht’s ja jetzt mehr um die aggressiven Leute. Aggression ist also ebenfalls durch jene Frustrationsenergie gespeist, wenn sich uns etwas in den Weg stellt bzw. uns verletzt oder verletzen will – letztlich alles, was uns schadet oder bedroht. Aggression befeuert unsere Kampfstärke, schaltet natürlich auch teilweise das Hirn aus. Eigentlich ist es ja umgekehrt. Wenn unser Gehirn nicht zu einer vernünftigen Bewältigungsstrategie gelangt, packt es halt den Holzhammer aus. Wenn ich das Ding einfach ums Verrecken nicht reparieren kann, dann hau ich so lange drauf, bis es dafür gebüßt hat, kaputt zu werden. Aggression ist ungelenke Hilflosigkeit. Und die kann sich natürlich überall entladen. Gerade wenn bei Menschen vieles schief gelaufen ist und es immer wieder Situationen gibt, die sie überfordern und entsprechend frustrieren, tragen sie schon ein Grundpotential an Aggression mit sich herum. Da braucht es oft nur kleine Auslöser und das Fass läuft über. Die Leute wirken permanent aggressiv. Aber das sind sie nicht von Natur aus. Sie wurden dazu, sie haben entsprechend lange gesammelt. Nur blöd, wenn jemand so geladen ist und dann kommen wir daher. Typischer Fall von „Falsche Zeit & falscher Ort“. Da kommt man oftmals wirklich unglücklich zum Handkuss.

Mir ist nur wichtig, dass wir verstehen, was die Logik hinter Aggression ist. Aggressive Menschen sind immer solche, die sich in mancherlei Facette sehr hilflos und überfordert fühlen und das oft nicht zugeben können. Oft fühlen sie sich übervorteilt, missachtet oder einfach gar nicht beachtet. Sie haben meist einen beschädigten Selbstwert. Kurz – diesen Menschen geht es nicht gut. Dann wollen sie manchmal intuitiv, dass es anderen auch nicht gut geht oder sie wollen anderen auch zeigen, dass sie stärker als diese sind, um einmal einen kleinen Sieg davontragen zu können.

Jetzt kommt der kleine Zaubereffekt, den wir oben angesprochen haben. Wenn wir jemanden bewusst ungut anreden, erwarten wir eine entsprechende Reaktion. Entweder das Gegenüber kuscht und sucht Deckung oder es kommt eben jener Gegenangriff. Was wir jedoch nicht erwarten, ist, dass sich jemand erkundigt, ob es uns gut geht – vor allem, wenn wir fühlen, dass da ehrliches Interesse mitschwingt. Das ist kontraintuitiv und damit irritiert uns diese Reaktion derart, dass unser vorheriges Verhalten unterbrochen wird. Die angriffige Haltung wird quasi aus der Balance gebracht. Wie gesagt, wenn wir uns ehrlich für unsere Mitmenschen interessieren, dann funktioniert das sensationell.

Zudem gesellt sich noch folgender Aspekt. Versuche mal, gemein zu jemandem zu sein, der stark ist und freundlich und hilfsbereit dir gegenüber auftritt. Das ist gar nicht einfach. Unser Gehirn ist seit Äonen darauf ausgerichtet, dass wir starke Verbündete an uns binden, um unser Überleben zu sichern - die Humangravitation ist eine extrem tief verwurzelte Kraft in allen Lebewesen. Wir sind entsprechend seit Äonen darauf konditioniert, nicht aggressiv gegen diese Art von Menschen und Haltung aufzutreten.

Wie schon kurz erwähnt, funktioniert diese Zauberhaltung noch besser, je stärker wir in den Augen des anderen erscheinen. Auch wenn wir uns eingeschüchtert fühlen von jemandem, so gibt es ganz einfache Methoden, um Stärkeempfinden auszulösen. Je ruhiger und gelassener wir sind, umso stärker wirken wir. Wenn wir aufrichtig lächeln – und ich meine nicht ein demütigend, unterwürfiges Lächeln –, erscheinen wir stark. Wir dürfen nicht unsicher, fahrig oder hektisch wirken. Die Stimme darf nicht leise und zittrig sein. Die Sätze dürfen nicht abgehakt und sinnbefreit herauskommen.

Das klingt schwer? Alles hat aber dieselbe Ursache: Unsicherheit. Auch wenn du Spannung vielleicht nicht magst, weil du rechtsseitig bei „Vertrauen“ bist, so ist es wichtig, dass du deine Atmung und deinen Körper bewusst steuern kannst. Indem du ruhig atmest und dich langsam bewegst, wirst du selbst ruhig und wirkst dadurch stärker. Wenn du eher ein direkter Typ bist, dann fällt dir das ohnehin leichter. “In der Ruhe liegt die Kraft!” Je stressiger eine Situation ist, umso mehr konzentriere dich darauf, dich ruhig und gelassen zu bewegen, zu reden, zu sein.

Vielleicht hilft dir dabei ein Bild. In Coachings nehme ich dafür gerne den Löwen in der Savanne. Selbst wenn er liegt oder ganz gemütlich herumtapst, käme man nie auf die Idee ihn zu reizen. Echte Stärke wird sichtbar, ohne demonstriert werden zu müssen. Der stärkste Löwe im Rudel spart seine Kräfte. Er setzt sie nur im Notfall ein, um sein Rudel zu verteidigen oder wenn er nachdrücklich herausgefordert wird. Aber wenn ein Erdmännchen des Weges kommt und dem Löwen eine lange Nase macht, interessiert ihn das? Kämpft der Löwe gegen jeden Regenwurm, jedes Wiesel und jede Maus, die er sieht? Nein, was hätte er davon? Er ist der Stärkste, er muss dies nicht in sinnlosen Demonstrationen bei jeder Belanglosigkeit beweisen. Er muss sich nicht inszenieren. Nur echte Angriffe auf seine Autorität wird er nicht ohne Reaktion auf sich bewenden lassen. Dort bringt er dann seine Kraft zur Anwendung. Damit zeigt sich genau aus den vielen, gelassenen Nichtreaktionen, dass der Löwe so stark ist. Je mehr ihn kalt lassen kann, umso stärker ist er. Wahre Stärke braucht keine ständige Demonstration. Sie zeigt sich sehr viel öfter darin, wie sie eben nicht demonstriert werden muss.

Ganz anders das Erdmännchen. Wenn dieses aus seiner Höhle krabbelt, dann wird rasch in alle Richtungen geschaut. Sein Kopf ruckelt hin und her. Es ist sehr oft hektisch und sobald es etwas hört, ist es sofort angespannt und am Sprung. Kein Wunder. Es steht ja auch auf der Speisekarte von praktisch jedem größeren Tier mit Zähnen. Es hat nicht die Stärke, die Gelassenheit ermöglicht. Hektik und das Gefühl, auf alles reagieren zu müssen, ist immer ein Zeichen von Unsicherheit. Unsicherheit ist immer ein Zeichen von Schwäche.

Emotionales Kung-Fu: Du gewinnst!

Wenn wir in die Situation kommen, dass wir verbal angegriffen werden, dann sollten wir unser Gegenüber ganz gelassen, freundlich und fragend ansehen und, wie oben skizziert, nachfragen, ob mit der Person alles in Ordnung ist – ob etwas geschehen ist, weswegen sie sich schlecht fühlt. Dann haben wir nämlich den Trippel-Effekt. Die Gelassenheit demonstriert Stärke. Und die meisten Leute greifen keine starken Gegner an. Die unerwartete Ruhe irritiert sie und bringt sie aus ihrer Verfassung. Und dann bietet diese starke Person auch noch mitfühlend Hilfe an bzw. interessiert sich für die Befindlichkeit des Angreifers. Der starke Mechanismus der Humangravitation lässt es so gut wie nicht zu, dass wir ehrlich gemeinter Hilfe mit Gewalt begegnen. Ich garantiere dir, das funktioniert.

Ich habe das selbst oft erlebt, als ich ca. 2009 in AMS-Kursen tätig war. Erfahrung hatte ich kaum als Trainer und dann hast du da teilweise Menschen sitzen, die 3, 6 oder 10 Jahre arbeitslos sind und teilweise mehr als 30 Jahre älter sind als du. Denen scheint nicht gerade die Sonne aus dem Popo. Und mal ehrlich. Das ist auch nachvollziehbar. Und dann kommt da ein "junger" Trainer und will ihnen was erzählen. Der nächste Trainer, Nr. 13 in diesen 3, 6 oder 10 Jahren. Da wird einem schon mal brühwarm reingedrückt - natürlich eher von den direkten/harten Leuten -, dass sie der ganze Blödsinn absolut gar nicht interessiert und man sich das Ganze original sparen kann. Weißt du was? Genau mit obiger Taktik habe ich jede einzelne dieser Situationen nicht nur entschärft sondern komplett drehen können. Warum dreht sich das Ganze?

Wenn wir jemanden grundlos angreifen, der sich dann als lässig, sympathisch und hochkompetent herausstellt, dann verletzen wir ja dieses oben bereits erwähnte uralte Gebot der Humangravitation. Solche Leute sollen wir uns ja zu Freunden machen. Es wäre unendlich bescheuert, sich grundlos in Konflikte mit ihnen zu begeben. Jetzt merken die Angreifer, dass sie so jemandem komplett Unrecht getan haben.

Nun tritt ein anderer Mechanismus im Gehirn auf. Menschen, die eben gut, stark und hilfsbereit sind, begegnen wir normalerweise mit Freundlichkeit. Das fühlt sich innerlich ausgewogen an, also passend. Zu Menschen, die gemein zu uns sind, können wir auch gemein sein (müssen wir aber eben nicht *g*). Das würde sich auch passend anfühlen. Unser Inneres strebt nach Fairness, einer Ausgewogenheit. Wenn wir aber zu netten Leuten gemein sind, dann erkennt das Gehirn hier sofort: „Hoppla, das passt jetzt nicht. Da haben wir etwas falsch gemacht. Ich leite Korrekturmaßnahmen ein.“ Unser Gehirn aktiviert das schlechte Gewissen, das uns sagt, dass das jetzt nicht okay war. Und nun versuchen wir, unseren Schnitzer wieder auszubessern. Es kommt zu einer Hyperkompensation, also einem Überausgleich dafür, dass wir etwas falsch gemacht haben.

Indem wir also versuchen zu zeigen, dass wir eh in Ordnung sind und unser Gegenüber auch gut finden, kommt es zu einer verstärkten positiven Beziehung. Sehr oft waren die unguten Querulanten der ersten Stunde des Trainings, kurz darauf die motiviertesten und nettesten Teilnehmer. Dazu kam natürlich auch, dass diese eben meist eine sehr schwere Phase im Leben durchmachten. Dadurch sind sie oft schlecht drauf, gehen deswegen oft ungut mit Menschen um und erhalten entsprechend negative Reaktionen. Sie schaffen sich aus ihrer Stimmung heraus ein toxisches Umfeld. So wie du in den Wald reinschreist,… Es ist halt ein Teufelskreis, wenn das Leben dir ein paar harte Tritte mit auf den Weg gibt.

Wenn dann auf einmal jemand da ist, der nett und hilfsbereit (nicht unterwürfig oder anbiedernd!!) ist, dann ist das wie ein Silberstreif am Horizont einer sehr langen Nacht – oder ein wärmender Sonnenstrahl, der an einem kalten, trüben Herbsttag einen Weg durch die Wolkendecke auf die Haut gefunden hat. Natürlich will man sich das bewahren und zeigt sich von seiner guten Seite.

Bei den ersten Versuchen, diese “Technik” anzuwenden, war ich durchaus ein wenig nervös, obwohl ich bis ins Kleinste verstehe, warum sie funktioniert. Dadurch, dass es so schnell und stark wirkt, hat sich die Nervosität aber schnell aufgelöst. Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, wie befreiend es ist, wenn du weißt, egal wie eine neue Gruppe ist, wer da mit Aggressionspotential drinnen sitzt, du kannst mit so einer einfachen Haltung und Mechanik die Dynamik immer konstruktiv steuern. Wenn dir negative Energie entgegengeschleudert wird, neutralisierst du sie und lenkst sie in eine positive, konstruktive Richtung - und alle profitieren davon.

Vielleicht ist eines noch wichtig zu erwähnen: Du solltest diese Mechanik nicht erklären. Zumindest nicht, wenn du neu in eine Gruppe kommst und du sie schon intuitiv anwendest. Dieser Mechanismus funktioniert ja dann, wenn wir eine innere Überzeugung haben und aus einer reinen Absicht handeln. Wenn wir versuchen, sie als Manipulationswerkzeug einzusetzen, ziehen wir dem Ganzen den Teppich unter den Füßen weg und landen wieder auf dem Hintern. Nutze diese Zaubertechnik aus der Humangravitation dafür, andere besser zu verstehen und ihnen zu helfen. Du hilfst dir ja automatisch damit selbst. Aber dein Nutzen sollte nicht in deinem Fokus sein. Das hat einen gewaltigen Effekt auf die Dynamik. Sobald jemand glaubt, du nutzt eine manipulative Technik, um sie zu lenken, gehen die anderen davon aus, dass du etwas im Schilde führst. Und selbstredend geht man davon aus, dass es dir selbst dient und den anderen eher Schaden zufügen soll. Sie kennen dich in so einem Kontext ja noch nicht lange genug, um echtes Vertrauen in deine Absichten haben zu können.

Natürlich kann und sollte man diese Techniken und Mechaniken verbreiten. Ich mache ja gerade nichts anderes. Aber es sollte im Kreise jener Menschen sein, wo bereits eine Vertrauensbasis vorhanden ist.

Wenn die anderen scheinbar nicht zuhören…

… dann liegt das manchmal auch an der Unterschiedlichkeit von Hart und Weich, bzw. direkt und Indirekt. Die Menschen sprechen nicht nur sehr unterschiedlich. Sie hören auch sehr unterschiedlich. Darauf müssen wir Rücksicht nehmen, ansonsten kommen wir mit einem doch erheblichen Teil unserer Mitmenschen unnötigerweise nicht gut zurecht.

Die häufigste Situation ist, dass ein indirekter, weicher Mensch eine Kritik anbringen will. Die Direkten haben damit ja eh kein Problem, wie wir oben schon besprochen haben - sie lösen eher Probleme mit ihrer Art aus, dies zu tun. Natürlich ist die Kritik der weicheren Leute ohnehin konstruktiv, weil sie ja den anderen helfen und Spannung und Verletzungen vermeiden wollen. Sepp ist bei Trudi ein Fehler aufgefallen. Sepp ist die Führungskraft und hat damit letztlich nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, dass er Trudi zu erkennen hilft, dass sie hier fehlerhaft unterwegs ist. Selbst wenn Sepp nur ein Kollege oder sogar irgendwer sonst wäre, ist eine solche hilfreiche Korrektur per se etwas Gutes. Sonst machen wir weiterhin den Fehler. Wüssten wir, dass es falsch ist, hätten wir es schon beim ersten Mal anders gemacht.

Sepp ist ein athletischer, smarter Typ, und sehr weit rechts beim „Vertrauen“. Trudi hingegen ist äußerst weit links. Sie wirft ihre Gedanken genauso in die Welt hinaus, wie sie sich ihr gerade ergeben. Sie hält mit nichts hinter dem Berg. Deswegen kann da natürlich sehr schnell scharfes Feedback zurückkommen. Da Sepp das ja nicht will und davon ausgeht, dass Leute nur scharf reagieren, wenn sie beleidigt werden, holt er sich eine große Kiste mit Verbal-Watte. Diese Watte ordnet er fein säuberlich und dick überall dort an seiner Kritik an, wo er Spitzen und Kanten sieht. Er möchte das Ganze so rüberbringen, dass keinerlei Verletzung passieren kann. Entsprechend hört sich das dann eben z.B. wie folgt an:

Sepp: Hallo Trudi. Schön dich zu sehen. Ich hoffe, es geht dir gut? Alles klar bei der Familie?... Du schaust auf jeden Fall wieder aus wie die schönste Seite des Lebens. Du, weil wir gerade beieinander stehen, gestern bin ich routinemäßig wieder einmal die erledigten Aufträge durchgegangen - muss ich ja manchmal machen, bevor ich sie an die Buchhaltung weitergebe. Super, dass du die Aufträge wieder so zügig erledigt hast. Da ist mir bei dem Auftrag von Herrn Kunz aufgefallen, dass die Bestellmengen nicht ganz korrekt waren. Vielleicht hats wieder zig störende Telefonate gegeben oder du wurdest von Kollegen abgelenkt. Ich weiß eh, wie hektisch ihr es habt. Es ist ja auch nichts passiert, alles keine Tragik. Mit ist es halt nur aufgefallen. Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit in nächster Zeit und du checkst die Zahlen nochmal. Vermutlich passen die anderen sowieso. Usw. usw.

Siehst du, was hier passiert? Sepp entschuldigt Trudi quasi schon in der Kritik, nimmt alles an Kraft aus der Botschaft, damit – falls sie es persönlich nehmen sollte – die Wucht dieser Botschaft minimal bis ganz egalisiert ist.

Nur, Trudi ist ein direkter Typ. Sie hört:

Hallo. Super,… Bla bla bla. Bla bla bla. Eh nicht so schlimm. Zahlen nicht ganz optimal. Bla bla bla (Trudi hat schon angefangen über etwas anderes nachzudenken) bla bla, wird schon passen. Bla bla.

Und jetzt ist wichtig zu verstehen: Trudi hat nicht mal eine schlechte Meinung von Sepp, außer, dass ihr klar ist, dass er einfach nicht zum Punkt kommt und immer zur weit ausführt. Es fällt ihr deswegen extrem schwer, da zu folgen und die Botschaften zu hören. Es ist, als wenn wir aus Teig ein Vanillekipferl formen. Das hat eine klare Form und ist gut erkennbar. Und dann nehmen wir das Nudelholz und machen das Kipferl so flach und breit, bis man quasi durchsehen kann. Da verliert sich dann so ziemlich alles, was an das Vanillekipferl erinnern könnte. Aber Sepp ist der Überzeugung, dass er das Kipferl da jetzt gut „rübergebracht“ hat. Stolz darüber, dass er Klartext gesprochen hat, zieht er von Dannen. Bei Trudi kommt nur das platte, konturlose Grundrauschen an und eventuell fragt sie sich kurz darauf, was Sepp eigentlich von ihr wollte. Wahrscheinlich nur ein wenig plaudern. Ein konkreter Inhalt bleibt nicht hängen.

Ganz ehrlich. Mir ist das so viele Jahre genau so ergangen. Ich war wie Sepp, immer total darauf bedacht, dass ich Kritik ganz sanft und harmlos verpacke, damit ich ja niemanden verletze und kränke. Und Letzteres ist auch sehr wichtig. Denn wenn ich kränke, dann kann ich die Botschaft auch gleich in die Tonne treten. Dann habe ich nämlich eine ganz andere, neue Baustelle. Für Leute, die ebenfalls weit rechts sind, hat das auch gepasst, weil die es eh so benötigen. Aber für viele andere war es nicht wirksam.

Mir ist erst rund um 2015, als ich mit der MPA - der berufsbezogenen Persönlichkeitsanalyse - mehr arbeitete, klar geworden, wie essentiell es ist, herauszufiltern, wie mein Gegenüber gerade hinsichtlich der Direktheit tickt, um dann die Botschaften auf die Art und Weise zu formulieren, damit diese auch ankommen.

Mit direkten Menschen müssen wir auch direkt sprechen. Wenn wir beim „Vertrauen“ rechtsseitig sind, dann werden wir es ohnehin nie verletzend sagen. Die Angst haben nur jene auf der rechten Seite und genau bei diesen ist sie eigentlich unbegründet.

Ich sage oft den Leuten, die da bei den oberen 30% auf der rechten Seite sind:

Schaut mal, selbst wenn ihr es so direkt sagt, wie ihr es selbst gerade noch aushaltet, wird das immer noch total weich im Vergleich zu dem sein, wenn es jemand auf der linken Seite charmant zu formulieren versucht.

Es ist aber sehr, sehr wichtig, dass die Indirekten hier direkter sind. Sepp hätte sagen sollen:

Trudi, beim Auftrag von Kunz passen die Bestellmengen nicht. Check bitte die anderen Aufträge von heute nochmal.

Das hätte Trudi problemlos nehmen können. Als Direkte hätte sie da auch keinen persönlichen Angriff gesehen sondern halt nur die Kernbotschaft. Sie interessiert das ganze Drumherum nicht. Sie braucht auch nicht unendlich viel Kontext. Sie will wissen, was Sache ist und was man will.

Nur weil es klar und direkt formuliert ist, nimmt sie es noch lange nicht als persönlichen Angriff. Da ticken die Direkten tatsächlich unkomplizierter. Das empfinde ich im Rahmen meiner Arbeit oft so. Wir von der rechten Seite sollten lernen, dass wir klarer und direkter kommunizieren dürfen und sogar müssen, wenn wir mit Menschen sprechen, die selbst direkt sind. Sonst verpufft unser Gesagtes. Und am Ende - weil auch Nichtreaktion als Angriff interpretiert werden kann (gerade wenn man rechtsseitig ist) - fühlen wir uns ignoriert und beginnen schon wieder uns im Kopf zusammen zu reimen, warum unser Gegenüber uns ignoriert. Eine erneute Abwärtsspirale, die wir hier produzieren können. Genauso sollten wir weniger versuchen, immer eine persönliche Botschaft in allem zu suchen. Wenn es eine reine Info ist, dann ist es so. Nicht jeder will immer auch noch eine unterschwellige Kritik anbringen (und selbst wenn da eine Botschaft ist, ist es mitunter stärker, sie einfach ins Nichts laufen zu lassen - würde der Löwe meistens auch machen) - egal, wie leicht es uns fällt, in der Situation so eine rein zu interpretieren.

Ganz, ganz wichtig für uns Indirekten ist zudem, dass wir die Dinge dann ansprechen, wenn sie uns auffallen. Wir dürfen die Themen nicht verschleppen. Ich hab ungezählte Male Probleme gesehen, bevor sie da waren. Aber ich hab mir eingeredet, dass das eh andere auch sehen müssten, zumal es oft in deren Bereichen passierte. Ich wollte anderen nicht auf den Schlips treten, indem ich sie auf Fehler hinweise. Ich wollte mich nicht zu wichtig machen, usw. Viele Ausreden fallen mir da ein. Ich habe dadurch Dinge schleifen lassen und wenn es wirklich Probleme sind, dann haben sie die lästige Tendenz eher größer zu werden als von selbst zu verschwinden.

Ein klassisches Beispiel ist ja gerade das von oben, wo mich jemand ungut anredet und ich das ungerechtfertigt finde und beleidigt bin. Ich habe so etwas früher nicht angesprochen. Der andere sollte das machen. Es war ja auch sein Fehler - zumindest in meiner Welt. Zu dieser Zeit verstand ich die oben beschriebenen Mechanismen noch nicht. Und dann hängst du ewig deinen Gedanken nach und beschäftigst dich mit diesen blöden Spannungen – die für den anderen vielleicht gar nicht existieren. Im Grunde ist es absurd, wie viel Zeit wir Gedanken nachhängen, die sich mit etwas befassen, für das es gar keine echte Veranlassung gibt. Wenn man dann auch noch halbwegs Phantasie hat, dann kann man sich da ganze Welten im Kopf zusammenbauen, für die es gar keine Veranlassung einer Existenz gibt. Man könnte leicht ein paar Sprachen in der Zeit lernen, die wir hier mit Negativität verschwenden, die eh zu nichts führt.

Wenn uns wer anspricht und wir uns gekränkt oder angegriffen fühlen, dann ist es unsere Pflicht uns gegenüber, dass wir das sofort ansprechen. Wie wir das machen, das haben wir oben bereits ausgeführt - Zaubertrick & Kung-Fu. Einfach erkundigen, ob es dem Gegenüber eh gut geht und ergänzen, dass einem die Meldung jetzt ein bisserl hart vorgekommen ist. Mit diesen einfachen neuro-kommunikativen Techniken können wir ganz entspannt sein und direkt werden - ohne auch nur irgendwelche Ängste davor haben zu müssen.

Stell dir einmal vor, alle Menschen würden immer gleich alle Irritationen auflösen, alle Missverständnisse sofort ausräumen und Spannungen sofort klären. Wir würden schon zu Lebzeiten in einer Art Paradies zu Hause sein.

Natürlich ist es aber auch wichtig, dass die sehr direkten Menschen, die beim „Vertrauen“ links sind, lernen, ihre Botschaften etwas anzupassen, wenn sie mit weicheren und indirekteren Menschen sprechen. Man muss einfach verstehen, dass die weichen Menschen Botschaften sehr stark auf persönlicher Ebene auffassen. Das Gute dabei ist, es ist sehr einfach damit umzugehen. Wir müssen nur von Beginn an die persönliche Ebene neutralisieren, indem wir z.B. so formulieren:

Trudi: Hallo Sepp. Du weißt eh, wie ich dich schätze. Mir wärs nur wichtig, dass du mir in Zukunft die Dinge klarer sagst. Manchmal weiß ich gar nicht recht, was du genau von mir willst, weil du dich bemühst, es so freundlich zu sagen. Das ist wirklich nett von dir. Aber bitte, bei mir kannst du ganz direkt und klar sein. Damit tu ich mir einfach am leichtesten.

Das ist quasi ein Kompromiss für die weiche Seite. Weil Trudi sonst einfach sagen würde:

Spricht jetzt endlich mal Klartext, Sepp! Da kennt sich ja keiner aus!

Und obwohl die Botschaft die gleiche und sogar absolut berechtigt ist, ist für Sepp so eine Aussage ähnlich, als wenn Trudi ihm dabei einen Schlag auf die Nieren geben würde. Das schmerzt nämlich ebenso lange.

Wenn du beim „Vertrauen“ eher auf der linken Seite zu Hause bist, dann wirst du mit dieser leichten Anpassung deiner Aussagen bei weicheren Leuten sehr schnell merken, wie sich der Umgang verbessert.

Das ist ja das Fiese an dieser unsichtbaren Dimension. Sie hat eine derart große Wirkung darauf, wie andere uns sehen und wir andere sehen und da wir die Dimension nicht sehen und verstehen, schreiben wir das eben anderen Eigenschaften der Menschen zu. Dadurch kommt es zu vielen Fehleinschätzungen und wir gehen mit manchen Leuten ganz falsch um bzw. wollen mit ihnen überhaupt nichts zu tun haben, obwohl sie wunderbar zu uns passen würden.

Nein sagen können

Dieser abschließende Aspekt ist vor allem für jene ein Thema, die auf der rechten Seite des „Vertrauens“ stehen. Denn ihnen fällt es in der Regel sehr schwer, „Nein“ zu sagen, wenn sie jemand um etwas bittet. Woher das kommt, ist uns jetzt wohl schon klar. Die Weichen wollen nicht verletzen, weil sie selbst ja auch alles recht schnell persönlich nehmen. Sie wollen nicht verletzten und sie wollen keine Spannungen. Ein „Nein“ ist in ihrer Sicht eine Verletzung des Gegenübers. Sie sehen darin die Botschaft, dass die Person es nicht wert ist, dass man ihr hilft. Das ist sogar eine tiefe Kränkung, weil es den Selbstwert der Person verletzt, jenen zentralen Fusionsreaktor, der uns im Kern antreibt und den wir alle mit Händen und Füßen verteidigen.

Die Direkten haben mit einem „Nein“ weniger Probleme. Wenn es gerade passt, dann passt es eh und sie helfen. Wenn es nicht passt, dann ist es halt so. Sie sind da mehr schmerzbefreit und sagen es genauso, wie sie es sich eben gerade denken.

Wenn wir jetzt in einem Team sind, in dem es – wie es halt oft ist – ein paar Leute gibt, die eher direkt sind und einige, die indirekt sind, dann entsteht ja eine bestimmte Dynamik. Wir finden sehr schnell raus, wo eher die „Ja“ kommen und wo eher ein „Nein“ kommt. Bei manchen kommt praktisch nie ein „Nein“. Unser Verstand ist nicht auf den Kopf gefallen, sondern steckt nur in diesem drinnen. Wenn wir jemanden haben, der uns eh immer hilft und jemand anderen, der uns auch mal unwirsch ein „Nein“ reinwürgt, dann ist es klar, wohin wir gehen, oder? Da nehmen wir es sogar in Kauf, wenn unser „Ja-Sager“ uns gar nicht so sympathisch ist wie der tendenzielle „Nein-Sager“. Selbst fachliche Defizite sind nicht so dramatisch. Dann muss sich unser „Ja-Sager“ halt ein wenig mehr anstrengen, wenn er oder sie uns helfen darf.

Es ist klar, was passiert, oder? Über die Zeit wandern die ganzen Anfragen zu den Weichen und Indirekten. Nicht, weil die Direkten immer "Nein" sagen würden. Aber im Vergleich scheint es dann so. Also warum sich ein „Nein“ holen, wenn ich weiß, wo es ein „Ja“ gibt?

Den „Ja-Sagern“ muss das eine oder andere klar werden und vermutlich haben sie es schon erlebt. Wenn du zu diesen gehörst:

Hast du das Gefühl, dass, wenn man immer hilfsbereit ist, diese Hilfe nach längerer Zeit überhaupt noch groß gewürdigt wird?

Eher nicht, oder? Natürlich bekommt man ein formales, hingeworfenes Danke. Aber herzliche Wertschätzung ist meist nicht mehr dabei. Irgendwie nehmen es die Leute als Selbstverständlichkeit, dass du ihnen hilfst. Das ist auch ganz logisch. Der Mensch gewöhnt sich an alles, was eine Regelmäßigkeit hat, vor allem dann, wenn es positiv ist. Wenn uns etwas nervt, dann nervt es uns jeden Tag. Wenn etwas gut ist, dann freuen wir uns 1-2mal darüber und dann ist es einfach Teil der Routine. Wenn du eine Tür hast, die quietscht und 10, die perfekt leise zugehen. Welcher schenkt dein Gehirn mehr Aufmerksamkeit?

Wenn wir also immer „Ja“ zu allem sagen, dann gewöhnen sich die Leute daran. Jetzt nehmen wir mal ein Extrembeispiel. Wir haben hier Herrn J und Herrn N. Herr J ist superweich und sagt schneller „Ja“, als wir mit unserer Frage auch nur annäherungsweise fertig werden können. „Aber natürlich helfe ich dir. Mach ich doch gerne.“ Prima, denken wir uns. Herrn N haben wir auch immer wieder mal gefragt, ob er uns hilft. Aber noch nicht ein einziges Mal hat er sich dazu herabgelassen. Er ist nicht bösartig, aber offenkundig interessiert es ihn nicht. Vielleicht ist er tatsächlich so beschäftigt, man weiß es nicht genau. Nun gehen wir wieder einmal gut gelaunt zu Herrn J, weil wir seine Hilfe brauchen. Wir müssen früher aus der Firma weg, weil wir etwas Privates zu erledigen haben. Da freuen wir uns auch schon drauf. Aber Herr J sagt dieses Mal komplett zerknirscht „Nein, leider, geht heute nicht. Ich muss selbst weg.“ Wir haben fix damit gerechnet, dass Herr J uns das abnimmt. Er hat es ja immer gemacht. Und jetzt lässt er uns einfach im Stich!!! Das ist eine Gemeinheit!

Wenn wir es gewohnt sind, dass jemand immer hilft, dann ist die Ausnahme, wenn er uns einmal nicht hilft, wie ein Schlag ins Gesicht. Und wir tragen das dieser Person mitunter tatsächlich länger nach. Sie hat uns ja einfach hängen gelassen!!

Wenn Herr N allerdings einmal auf eine unserer Bitten „Ja“ sagt, fallen wir aus allen Wolken und bedanken uns überschwänglich. Wir hatten das überhaupt nicht erwartet, noch nicht mal gehofft. Dieses besondere Erlebnis brennt sich uns sofort in die Gehirnwindungen und Herr N ist unser Held, egal ob er zuvor 150 Mal „Nein“ gesagt hat bzw. in Wahrheit genau deswegen. Jetzt stell dir vor, Herr N sagt gerade dort “Ja”, wo uns Herr J hängen gelassen hat. Dann entsteht vielleicht in unserem Kopf ein Gedanke wie: “Wenns wirklich drauf ankommt, dann ist Herr N halt echt für einen da. Nicht wie der blöde Herr J.” So krass unrational emotional können wir sein. Wir alle sind nicht gefeit davor. Wir sollten deswegen immer ein Auge auf unsere Gedanken und Reaktionen haben, um nicht in solche Gewohnheitsfallen zu tappen.

Herr J hat also jetzt eine tiefe Kerbe in unserem Ansehen seiner Person. Herr N ist eine coole Socke. Herr J hat uns 150 Mal geholfen und Herr N hat uns 150 Mal im Regen stehen lassen. Mir ist wichtig, dass uns bewusst ist, dass das menschliche Gehirn absolut nicht logischen Mustern folgt. Unser Gehirn arbeitet neuro-logisch nicht formal-logisch. Das ist ein riesiger Unterschied!

Sowohl für Direkte als auch für Indirekte ist es wichtig, von Situation zu Situation zu entscheiden, ob sie jemandem helfen wollen oder nicht. Ein „Nein“ ist überhaupt nichts Schlimmes oder Dramatisches. Wer sich selbst das Recht auf ein solches nicht gibt, macht sich klein und schwach. Das ist wie eine Selbstverstümmelung. Wir sollten ein „Nein“ immer kurz begründen.

Du, ich glaub, dass du das mindestens so gut kannst wie ich. Mach mal und wenn du überhaupt nicht mehr weiterkommst oder ich dir am Ende drüberschauen soll, dann geht sich das bei mir auch zeitlich aus.“

„Tut mir leid, jetzt gerade geht’s gar nicht. Ich habe das, das und das noch zu erledigen. Bis das geschafft ist, hab ich den Kopf sowieso nicht frei und wäre dir keine echte Hilfe.

Auch hier ist es wichtig zu zeigen, dass das „Nein“ keine Kränkung oder Geringschätzung ist. Das Nein ist der Situation geschuldet und adressiert nicht den Selbstwert meines Gegenübers. Diese paar Sekunden einer Erklärung muss man sich nehmen, um das klarzustellen. Es ist ein gutes und profitables Investment in die Beziehungspflege. Indem wir keine reinen „Ja-Sager“ oder „Nein-Sager“ sind, ist es für jene, die bei uns um Hilfe bitten, auch immer ungewiss, ob wir helfen oder nicht. Dadurch können sich ihre Erwartungen nicht verfestigen. So stellen wir auch sicher, dass sie dankbar sind, wenn wir helfen. Das klingt eventuell seltsam. Doch es ist für die langfristige Beziehung wichtig. Denn wenn wir eine Fehlbalance empfinden, wie oben bereits einmal thematisch angeschnitten, dann führt das zu negativen Emotionen und Entwicklungen. Wenn wir helfen, dann soll es dafür entsprechend Würdigung geben. Solange das Geben und Nehmen in der beidseitigen Wahrnehmung ausbalanciert ist, hat man eine super tragfähige und starke Beziehung.

Wenn wir also dieser unsichtbaren Dimension ihre zerstörerische Kraft nehmen, heben wir unser Leben in vielerlei Hinsicht auf ein ganz neues Level. Dabei helfen hoffentlich die Ausführungen in diesem Artikel, der sich womöglich über die Zeit immer mal wieder etwas verändern und weiterentwickeln wird, wenn mir noch bessere Beispiele oder Formulierungen einfallen. Wenn wir diese Themen für uns verinnerlichen, dann können wir mit weichen/indirekten und harten/direkten Menschen bestmöglich umgehen lernen und erschließen uns einen weiteren Teil dieser großartigen Welt.

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