Körperbewusstsein und Kreativität

Veröffentlicht am: 1. August 2021
Aktualisiert am: 30. August 2021
Lesezeit: 12 min
Preis: € 6,00

Körperbewusstsein und Kreativität

Inhalt

Der Sinn im Unsinn
Wahrnehmung und Reaktion
Das Körpergedächtnis
“Presence presents presents”
Verkörperung
All play and no work

Von der Sekunde unserer Geburt an erleben wir die Welt um uns herum durch unseren Körper. Ob es uns auffällt, wir uns dessen bewusst sind oder nicht, wir reagieren auf alles, das in unserem Umfeld geschieht, körperlich. Sei es durch kleine, kaum merkliche Gesten in unserer Körpersprache oder über direkte, tief sitzende Signale, wie etwa ein schweres Gefühl im Magen in einer Situation die uns Unbehagen bereitet, anhand denen uns unser Körper aufzeigt wie wir äußere Eindrücke verarbeiten.

Doch wie stark nehmen wir diese Körpersignale wirklich wahr und wie oft befolgen wir sie?

Unsere Aufmerksamkeit ist meist beschränkt auf das, was sich direkt vor uns befindet. Dadurch ist auch unsere Kapazität für offene Interaktion mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen, mehr und mehr eingeschränkt. Je weniger wir uns bewegen (nicht nur im Sinne von Sport), je weniger wir unseren Körper nutzen und uns bewusst mit ihm befassen, desto weniger engagiert, ausgeglichen und ausdrucksstark sind wir auch in anderen Bereichen unseres Lebens.

Ein guter und vor allem bewusster Umgang mit dem Körper ist nicht nur enorm wichtig für die allgemeine Lebensqualität, sondern kann auch auf viele andere Bereiche Einfluss nehmen - wie etwa die Kreativität.

Der Körper als Lehrer

Seit nun fast einem Jahrzehnt arbeite ich mit improvisierten, fotografischen Selbstportraits. In denen geht es nicht etwa darum, wie mein Körper darin aussieht, sondern viel wichtiger ist, was dabei vor der Kamera passiert, wie es sich anfühlt und wie ich den Körper nicht nur als eine Art Werkzeug nutzen kann, sondern was er mich über seine spontanen, freien Bewegungen lehren kann.

Es bedarf keiner langjährigen Sportkarriere oder Ähnlichem, um auf deine körperlichen Fähigkeiten zugreifen und von ihnen lernen zu können. Denn selbst wenn es oft keine leichte Aufgabe sein mag, sich wirklich dem hinzugeben was ist - und wie es ist, ist es doch (wie so vieles andere im Leben auch) eine reine Übungssache.

Gedanken darüber, wie der eigene Körper zu sein hat, oder welche Standards sein Leistungspotential zu erfüllen hat, sind nicht nur einschränkend, sondern beeinflussen auch ganz andere Bereiche unseres Lebens. Ganz gleich worum es geht, viel zu oft orientieren wir uns an äußeren Einflüssen und gesellschaftlichen Paradigmen, anstatt hin zu spüren wie das eigene Empfinden einer gewissen Sache gegenüber ist und wie der ganz eigene Zugang zu etwas aussehen (und sich anfühlen) könnte.

Wohl jede·r kommt im Laufe ihres/seines Lebens in Berührung mit dem Bauchgefühl - der Intuition die tief in dir schlummert und dich etwa dazu ermutigt, diesen einen, vielleicht sehr risikoreichen Schritt zu wagen, weil du spürst, dass es genau das ist, was du brauchst. Dein ganzer Körper ist dazu fähig, dich dieses Bauchgefühl spüren zu lassen und dir somit vollkommen neue Zugänge zu deiner Intuition zu geben.

Ganz unabhängig von deinem Alter, deinem Beruf oder deinen Lebenszielen, dein Körper hilft dir, dich durch die Welt zu navigieren, dich auszudrücken und dich mit deinem Umfeld in Verbindung zu setzen. Er ist die Schnittstelle zwischen dem “Ich” und dem “Anderen”.

Wobei dieses “Andere” sowohl Mensch oder Natur als auch ein unbelebtes Objekt sein kann. Das Innere spiegelt das Äußere und umgekehrt. Der Körper ist somit auch ein Spiegel der Welt im allgemeinen. Und nicht nur als Künstler·in ist es wahnsinnig wichtig im ständigen Austausch mit der Welt um sich zu sein. Denn dieser sorgt erst dafür, dass unsere Gedanken und Ideen nicht nur in den eigenen Bahnen im Kreis laufen, sondern dass sie auf andere Einfälle, andere Eindrücke treffen und sich dadurch verändern, verfestigen oder gänzlich erneuern können.

Neugier ist gleichermaßen essentiell für Kreativität als auch für Fokus.

Wann bist du das letzte Mal deinem eigenen Körper mit Neugier anstatt mit Erwartungen oder Missmut begegnet?

Wann hast du dir selbst zuletzt die Möglichkeit gegeben, an etwas neugierig, spielerisch, erforschend heranzugehen?

Das ist nicht das Ende

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