Intelligenz - Der Werwolf im Schafspelz

Veröffentlicht am: 19. Juli 2021
Lesezeit: 31 min
Preis: € 5,00

Intelligenz - Der Werwolf im Schafspelz

Inhalt

So produzierst du Speed-Entwicklung
Wo versteckt sich denn jetzt der Werwolf?
Die Kraft lenken lernen

Irgendwie begleitet mich das Thema Intelligenz schon recht lange. Ich habe ihr einiges zu verdanken – unter anderem einige meiner größten Probleme. Sie kann ein Biest sein und je stärker ein Biest ist, umso versierter müssen wir im Umgang mit diesem sein, damit wir dessen Kraft nützen können und nicht von dieser zerstört werden. Wunderbar, das klingt ja jetzt schon ziemlich eingebildet, wenn ich über mein starkes Intelligenz-Biest plaudere. Im Artikel wird aber auch erklärt, wie man dieses Biest stärkt, denn Intelligenz ist genauso trainierbar, wie jede andere Fähigkeit. Es ist ein tolles Phänomen, das uns im Grunde nie richtig erklärt wird - ziemlich schräg, wenn man bedenkt, dass im angeblich im Informationszeitalter leben. Sollte da Intelligenz nicht die Hauptressource sein? Naja, egal. Da ich es irre schade finde, dass wir da so im Dunkeln gelassen werden, und schon oft erlebt habe, wie Leute auf einmal anfangen ihre Fähigkeiten auf ganz neuem Level zu entwickeln, wenn sie ein paar entscheidende Infos bekommen haben, ist mir das Thema ein echtes Anliegen.

Ich finde cool, wenn du dich ebenfalls für das Thema interessierst. Es ist ja verrückt. Wenn wir Eltern fragen, welche Eigenschaften sie sich für ihre Kinder wünschen, dann steht hohe Intelligenz sehr weit oben – tatsächlich ist ihnen laut Studien nur gutes Aussehen noch wichtiger. Offenkundig verbinden wir hohe Intelligenz mit Erfolg, einem besseren Leben, größeren Möglichkeiten in vielen Lebensbereichen wie auch der Partnerwahl. Intelligenz ist also in der Vorstellung der Menschen definitiv etwas Positives.

Wenn du mich schon ein wenig kennst, dann weißt du, dass ich der Letzte bin, der gerne die Wolken vor die Sonne schiebt. In diesem Fall muss ich aber die rosa Brille mal ein wenig zurechtrücken, weil die neue Sichtweise, die wir dadurch gewinnen, es uns ermöglicht ein deutlich besseres und glücklicheres Leben zu führen. Wir müssen die Macht, die wir Intelligenz nennen, begreifen, um sie formen und steuern zu können.

Mich hätte Intelligenz beinahe kaputt gemacht. Und ich bin bei Leibe nicht der Einzige, dem es so geht. Doch die Vorstellung, dass Intelligenz auch eine dunkle Seite hat, ist für viele etwas Befremdliches. Als zu erstrebenswert, wird sie uns doch, verkauft, oder?

Sehr oft habe ich in Trainings und Vorträgen meine Zuhörer mit folgender Tatsache geschockt: Die Intelligenz ist im 25. Lebensjahr am höchsten! Jetzt kommt es auf die Veranstaltung an, wie die Reaktion ausfällt. Wenn ich bei jungen Studenten bin, dann freuen sich diese in der Hoffnung: „Toll, da geht ja noch was!“ Meist ist mein Publikum aber älter und die Gesichter lassen einen leichten innerlichen Verfall erkennen, während die Erkenntnis dieser Aussage in den Verstand einsickert. Mit meinen 41 Jahren habe ich demnach selbst schon lange meinen Zenit überschritten und befinde mich schon lange auf Talfahrt – sofern die Aussage stimmt. Was glaubst du, wie gut ich vor 16 Jahre hätte schreiben können? Tut mir leid, aber Ken gibts leider nocht nicht so lange. ;-)

Und tatsächlich ist die Aussage, dass wir Mitte Zwanzig die höchste Intelligenz aufweisen, statistisch korrekt. Dennoch stimmt sie nicht für mich oder für dich – zumindest muss sie nicht stimmen. Eventuell interessiert dich, was dahintersteckt? Okay, wenn wir schon die Zeit hier teilen, dann wäre es ja gemein, wenn ich da nicht ein bisserl mehr Licht draufwerfe.

Was ist eigentlich Intelligenz?

Wieso trifft uns die Aussage hinsichtlich der höchsten Intelligenz mit 25 Jahren so hart, wenn wir in Wahrheit gar nicht wissen, was Intelligenz wirklich ist? Wenn ich eine Gruppe Menschen nach einer Definition frage, bekomme ich von jedem eine Antwort, die sich von den anderen unterscheidet. Also, es ist nicht so, dass Berta sagt, Intelligenz ist ein Stein und Kurt dagegenhält, er sei sich sicher, dass es sich dabei um eine kleine Insel vor Madagaskar handelt. Die Erklärungen der Leute haben schon halbwegs dieselbe Richtung. Aber einig sind sie sich nie so ganz. Manche meinen, es ist das Wissen, das wir ansammeln. Andere sehen darin unsere Vorstellungskraft verkörpert. Die nächsten meinen, es habe etwas damit zu tun, wie clever man ist, es sei die Stärke des Gedächtnisses oder der Kreativität. Tatsächlich gibt es viele Definitionsversuche, aber keine allgemeingültige Beschreibung dieser Eigenschaft. Versuchen wir es doch mal.

Was glaubst du, was Intelligenz im Kern ausmacht - was sie ihrem Wesen nach ist? Nimm dir doch ein paar Momente und schreib auf, was du glaubst – denn im nächsten Absatz lüften wir schon den Schleier. :-)

Wenn wir das, was Intelligenz im Kern ausmacht - und wir auch als rote Linie in den allermeisten Erklärungen finden - zu einem gemeinsamen Nenner zusammenführen, dann zeigt sich Intelligenz als jene Fähigkeit, mit deren Hilfe wir neue Herausforderungen erfassen, durchdringen und einer Lösung zuführen können – wobei wir ersteres als analytische und letzteres als kreative Intelligenz bezeichnen können. Ui, das war ja ein viel zu langer Satz. Also, wenn du den auf Anhieb inhaltlich komplett erfasst hast, dann Hut ab – Intelligenztest schon mal bestanden. Oder war er trotz der Länge richtig gut geschrieben? Vielleicht teilen wir uns die Lorbeeren einfach.

Also, um was dreht sich Intelligenz dieser obigen Vorstellung nach? Der Punkt ist, dass wir Intelligenz dann benötigen, wenn wir mit Neuem konfrontiert werden. Wissen ist notwendig, um Dinge verstehen zu können. Das ist klar. Aber die Art und Weise wie unser Gehirn mit Wissen umgeht, darin erkennen wir die Intelligenz. Menschen können sich übers auswendig lernen sehr viel an oberflächlichem Wissen aneignen. Man kann damit auf Partys dann furchtbar gut angeben und sich als sehr gebildet profilieren. Aber das hat mit Intelligenz wenig zu tun. Intelligent sind die Leute, die jenes Wissen entwickelt haben. Jene, die es in den Wirren der Welt als Muster erkannten und für uns verständlich machten. Du weiß vermutlich, wie die Relativitätstheorie lautet, oder?

Richtig. Sie lautet E=mc². Das wissen wir. Aber verstehen wir es dadurch schon? Ich würde mal behaupten, dass es einen gewissen Unterschied in der Anzahl der Menschen gibt, die wissen, wie die Formel lautet und jenen, die verstehen was diese Formel bedeutet. Und dann gibt es noch mal weniger, die diese anwenden könnten. Uuuuuuund noch viel weniger, die sie theoretisch weiterentwickeln könnten - in Richtung einer Weltformel.

Intelligenz durchdringt Wissen und Themen. Sie greift mit vielen Fingern hinein, sie diffundiert in die Zusammenhänge und macht sie so für den intelligenten Verstand greifbar und damit begreifbar. Indem wir die Dinge begreifen, können wir sie auch in unserem Verstand manipulieren. Okay, das klingt jetzt so theoretisch. Also lieber ein Beispiel.

Wenn du einem Baby eine Flasche zeigst (also, das Behältnis für Flüssigkeiten, nicht die menschliche Form), dann sieht sie diese und prägt sich dieses Bild ein. Wenn du die Flasche nun hinter dir versteckst und sie dann in einem anderen Neigungswinkel und gedreht wieder zeigst, dann wird das Baby wieder ein Bild einer Flasche machen. Für das Baby sind das zwei unterschiedliche Dinge. Es macht einfach Bilder, ohne zu verstehen, wovon sie da Bilder macht, was man mit diesem Ding machen kann oder wofür es da ist. Deswegen nennen wir diese Art zu lernen auch ikonisches Lernen. Es ist eben auswendig gelernt. Wir nehmen nur die äußere Wand wahr, erfassen nicht die innere Logik.

Das Baby macht, sobald es etwas größer ist aber folgendes. Es schnappt sich die Flasche, sabbert ein wenig drauf, dreht es in seinen Händen herum und betrachtet es von allen Seiten. Im Gehirn werden Informationen nach Ähnlichkeit abgelegt. Es entstehen nun im Gehirn ganz nahe beisammen ganz viele Bilder dieser Flasche. Diese Nähe an Informationen kann das Gehirn dann verbinden. Es versteht, dass es sich dabei um die selbe Sache handelt und es begreift, dass es sich dabei um ein Objekt handelt, das sich drehen lässt. Das ist eine ganz andere Ebene von Gehirnleistung als das ikonische Lernen. Denn nun hat das Baby verstanden, dass die Flasche ein Objekt ist.

Was der Unterschied ist, fragst du? Gute Frage! Bilder sind unveränderbar. Ich kann sie wiedererkennen und ich kann sie wiedergeben. Aber sonst kann ich damit nichts machen. Eben dieses praktisch wenig wertvolle Wissen, das man sich großteils anhäuft. Es ist ja nicht so, dass man in Situationen kommt, wo einem die Jahreszahl nützt, zu der der eine oder andere Künstler geboren wurde. Außer du bist Historiker. Dann ist das sehr wohl relevant. Dann wird sich diese Information aber auch als Objektinformation verinnerlicht haben, die mit den Kunstströmungen verbunden ist, mit anderen Künstlern der Epoche, den Einflüssen auf diesen, usw.

Ein Objekt kann ich nicht nur wiedererkennen. Ein Objekt kann ich im Verstand manipulieren. Die Flasche des Babys kann es nun im Verstand ebenso drehen und wenden. Es kann die Flasche öffnen und weiß, dass es hohl ist bzw. Flüssigkeit drinnen sein kann. Wenn es die Flasche vom Tisch haben will, weiß es, dass es die Flasche umlegen und runterrollen lassen kann. Das ist ja eigentlich schon eine Art angewandter Wissenschaft.

Wenn wir etwas älter sind und diese Objekt-Fähigkeit geschärft haben, ermöglicht sie uns, dass wir Situationen und Herausforderungen mental durchspielen, bevor wir sie in der Realität angehen. Das ist sehr oft der Unterschied zwischen guten und herausragenden Leuten, egal in welchem Lebensbereich. Bei Top-Sportlern sieht man das sehr oft. Sie haben durch intensives Training so viele Varianten von Situationen erlebt und haben eine so große Routine darin dies schnell zu verarbeiten, dass sie Abläufe vorhersehen können. Das maximiert ihre Reaktionszeiten auf unvorhersehbare Änderungen extrem. Das kannst du in verschiedensten, schnellen Sportarten wie Eishockey, Basketball, Tennis, Skifahren etc. sehen.

Intelligenz ist eine Voraussetzung dafür. Dabei möchte ich klarstellen, dass wir hier später primär von der kognitiven, irgendwie klassischen, Intelligenz sprechen. Die Fähigkeit schnelle, sinnvolle Verbindungen herzustellen, lässt sich für mich aber auch problemlos auf somatische, muskuläre Aspekte übertragen. Die Analogie zur Muskulatur ist übrigens höchst praktisch, da sich eben viele Mechanismen dort genauso finden, wie bei den geistigen Leistungen. Die Beweglichkeit des Geistes, die Fähigkeit sich zu reorganisieren, wenn es Herausforderungen nötig machen und dabei das vorhandene Wissen hinterfragen, aufbrechen und neu anordnen zu können, ist somit die Essenz von Intelligenz. Blöde Sache, wenn wir aber nicht von Natur aus mit hoher Intelligenz gesegnet sind, oder?

Auch wenn früher – von vielen Seiten sogar noch heute – behauptet wurde, Intelligenz sei nicht trainier- und entwickelbar, so gibt es genug Studien und neurowissenschaftliches Grundwissen, die das Gegenteil längst bewiesen haben. Die alte Sicht finde ich ja ziemlich niederschmetternd.

Schau mal, du bist ein wenig unterdurchschnittlich intelligent. Aber mach dir nichts draus. Du wirst schon irgendwie durchkommen.

Pffft, das kann doch nicht euer Ernst sein, meine lieben Wissenschafts-Kollegen. Als ich studiert habe, war das noch gängige Auffassung und das ist ja auch erst etwas über 15 Jahre her. Als ich mich mit den neurowissenschaftlichen Mechanismen befasst habe, fiel mir sofort auf, dass das Blödsinn ist. Alles im Gehirn bewegt und verändert sich und zwar laufend. Die Frage ist nur, wie kann ich bewusst diese Veränderungen so steuern, dass ich Fähigkeiten gezielt entwickeln kann. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Intelligenz als Einziges auf Dauer stabil bleibt bzw. sich immer im gleichen Entwicklungsmuster zeigt.

Intelligenz kann sich verändern. Intelligenz kann sogar gezielt von uns entwickelt werden! Sie entwickelt sich dann fast automatisch weiter, wenn wir intensiv an Lösungen für neue Aufgaben und Herausforderungen arbeiten. Wenn unser Kopf „raucht“, wir das Gefühl haben, dass wir trotz aller Konzentration „anstehen“, sich unsere Gedanken durch unser Wissen graben und Kombinationen dessen herstellen, um ein Problem einer Lösung zuzuführen… genau dann wächst unsere Intelligenz.

Warum soll die Intelligenz aber ab dem 25. Lebensjahr abnehmen? Je älter wir werden, umso mehr haben wir bereits erlebt und bei anderen gesehen. Wir können viel öfter auf Routinen zurückgreifen und nutzen unsere gemachten Erfahrungen, um Aufgaben zu lösen. Es gibt nicht mehr so oft wirklich neuartige Herausforderungen – das heißt, wir trainieren einfach weniger und greifen mehr auf das zurück, was wir schon zuvor erarbeitet haben. Über eine Brücke zu gehen ist ja auch weniger aufwendig als diese zu bauen. Genauso wie sich unsere Muskulatur zurückbildet, wenn sich deren Beanspruchung vermindert, reduzieren sich auch unsere anderen Fähigkeiten, wenn wir sie nicht nutzen und fordern.

Die Intelligenz ist deswegen im Durchschnitt über die Menschen mit 25 am höchsten, weil sich im durchschnittlichen Lebensverlauf dort bereits zunehmend Routine breit macht. Am Beginn unseres Lebens ist ja praktisch alles neu. Wir wissen da noch nichtmal, dass es ein ICH gibt. Klingt komisch, ist aber vielleicht einen kurzen Schlenker wert, wenn dich das interessiert. Wenn wir auf die Welt kommen, haben wir kein Verständnis von einem Ich und einer Umwelt. Das ist bis dahin alles eins. Wie lernen wir dann, dass es da irgendwo eine Grenze gibt? Interessanterweise ist es eine haptische Erkenntnis – wir lernen es also über den Tastsinn. Das erzähle ich jetzt natürlich auch aus persönlicher Erfahrung. Die Erfahrung teilen wir alle. Nur daran erinnern werden sich wohl die wenigsten. Es gibt einen zentralen Unterschied beim Tasten, wenn du dich an einer Stelle deines Körpers berührst oder einen Gegenstand der Umwelt. Wenn du deinen Körper berührst hast du zwei Tastempfindungen, einmal bei deinen Fingern und eben an der Stelle, wo du diese am Körper hingeführt hast. Wenn du den Boden berührst, auf dem du gehst, dann hast du nur eine Tastempfindung. Überall dort, wo es einen Übergang von zwei auf eine Tastempfindung gibt, ist die Grenze zwischen unserem Ich und der Umwelt. In weiterer Folge lernen wir die Seheindrücke mit dieser Grenze zu verbinden und nun bekommen wir ein optisches Verständnis davon, wo wir aufhören. Ist ja eigentlich auch irgendwie interessant. Also, das sind Dinge, wie so viele andere, die wir sehr früh lernen und dann sind sie so normal, dass wir unser Leben lang nicht mehr nachdenken - es ist eine Routine-Fähigkeit. Oder hast du schon mal darüber gegrübelt, wie du eigentlich ein Verständnis deines Ich entwickelt hast? :-)

Wenn wir heranwachsen, müssen wir vieles lernen. Wie isst und trinkt man richtig? Wie verhält man sich gegenüber anderen? Dann versuchen sie uns in der Schule allerhand beizubringen. Das soziale Miteinander ist eine enorme Herausforderung. Die meisten von uns haben ungezählte Stunden damit verbracht sich darüber den Kopf zu zerbrechen, warum uns ein bestimmtes Mädchen oder ein Junge nicht mag oder warum sich jemand uns gegenüber so komisch verhält. Wie schafft man es beliebter zu sein? Wie kann man die Aufmerksamkeit einer bestimmten Person auf sich ziehen? Und vieles mehr. Da müssen wir viel Lernen und die Synapsen erleben von Tag zu Tag ein Feuerwerk. Wobei jeder von uns in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich stark reflektiert und trainiert. Daraus entsteht ja schließlich auch das große Maß an Unterschiedlichkeit im Bereich der Fähigkeiten. Grundsätzlich wird unsere Intelligenz in dieser Zeit gut gefüttert. Nach der Schule kommt der Praxisschock, wir sollten langsam selbstständig werden, uns im beruflichen Leben zurechtfinden, haben sehr viel schon des öfteren erlebt und … Und dann langsam haben wir die großen Hauptfächer des Lebens zumindest mal gesehen. Welche Noten wir abgeholt haben, ist eine andere Sache. Manches muss man halt später nochmal wiederholen.

Die „ersten Male“ werden eben durchschnittlich ab Mitte Zwanzig seltener. Doch niemand kann uns als Individuum sagen, wann wir unsere höchste Intelligenz haben. Manche fangen spät an, sich für Themen zu begeistern und dann intensiv ihren Geist anzustrengen. Einige suchen sich laufend neue Herausforderungen. Dann wird die Intelligenz nicht einbrechen sondern im Gegenteil langsam weiter gestärkt, natürlich nicht global, sondern in den Feldern, die es für die interessanten Themen braucht, mit denen wir uns so intensiv befassen.

Intelligenz lernen

Es ist unglaublich und bestürzend, wie viele Menschen der Überzeugung sind, dass sie einfach nicht besonders intelligent seien und sie daran ohnehin nichts ändern könnten. Unser Selbstbild bestimmt in hohem Ausmaß welche Lebenswege wir einschlagen. Wer sich für dumm hält, wagt sich nicht in Bereiche die scheinbar nur für schlaue Leute funktionieren. Und mal ehrlich, ich hab mich die meisten Zeit meines Lebens für nicht besonders schlau gehalten und phasenweise für richtig blöd. Das mag schon daran liegen, dass ich mich immer mit herausragenden Leuten verglichen habe. Aber machen wir das nicht alle oder zumindest viele von uns? Die Herausragenden sind halt auch sichtbarer als der Durchschnitt. Dadurch ist es naheliegend, dass wir diese eher sehen und uns dann an ihnen messen. Und da schneidet man, wenn man sich vergleicht, schnell mal mies ab. Das haut das Selbstvertrauen auch nicht in höhere Sphären.

Studien (z.B. von Lutz von Rosenstiel) zeigen klar, wie stark unser mentaler Bereich auf die geistige Entwicklung Einfluss nimmt. So wurde eine Klasse von Schülern einem neuen Lehrer übergeben. Zuvor hat man Intelligenztests durchgeführt und dem Lehrer wurden drei Schüler genannt, bei denen sich herausgestellt hatte, dass sie hochbegabt sind. Diese wurden den neuen Lehrer natürlich namhaft gemacht. „Professor Soundso, Sylvester, Dolf und Arnold sind hochbegabt, ihre restlichen Schüler sind alle durchschnittlich begabt.“ So hatte Professor Soundso natürlich einen besseren Überblick, das ist durchaus nachvollziehbar.

Nur hatte man sich die Testergebnisse gar nicht angesehen. Man hatte dem Lehrer drei beliebige Schüler genannt. Nun ließ man den Lehrer einige Monate mit der Klasse arbeiten und machte danach erneut einen Intelligenztest. Erst dann verglich man die beiden Ergebnisse.

Das ist nicht das Ende

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